Arthrose des Hüftgelenks

Krankheit: Arthrose des Hüftgelenks Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Arthrose des Hüftgelenks ist eine Erkankung des Hüftgelenks und viele Menschen leider darunter. Je älter man ist dann steigen die Chancen dies zu bekommen. Kaum zu glauben: Arnold Schwarzenegger, Superstar aus „Conan der Barbar“ und „Terminator“ hat seit mehr als 10 Jahren eine künstliche Hüfte, was ihn offenbar nicht hindert, weiterhin erfolgreiche Action-Filme zu drehen. Und der ehemalige Gouverneur von Kalifornien ist mit seinem Schicksal nicht allein: Von Fritz Wepper über Karel Gott bis zur (Ex-) Königin Beatrix – viele Prominente haben bereits künstliche Hüftgelenke. Meist bildet diese Operation die Ultima Ratio nach einer langjährigen und schmerzhaften Arthrose, an der in Deutschland ca. 8 Millionen Menschen leiden.

Was ist Arthrose eigentlich

Der medizinische Begriff Arthrose (Zusammensetzung aus altgr. „arthron“ = Gelenk + dem Suffix „-ose“, das degenerative Prozesse bezeichnet) lässt sich am besten mit der deutschen Bezeichnung „degenerativer Gelenkverschleiß“ übersetzen. Es handelt sich bei der Arthrose also nicht um eine Gelenkentzündung wie bei der Arthritis (die Endung „-itis“ weist immer auf eine Entzündung hin), mit der sie oft verwechselt wird.

Wie entsteht Arthrose

Verschleißerscheinungen sind noch keine behandlungsbedürftige Erkrankung. Eine Arthrose meint jedoch degenerative Erscheinungen am Gelenkknorpel, die die schmerzfreie Beweglichkeit des Gelenks verhindern. Sie kann vielfältige Ursachen haben. Dazu zählen das Alter, hohe Gelenkbelastungen durch Leistungssport, Übergewicht oder angeborene Fehlstellungen, etwa eine Hüftdysplasie. Eine Dysplasie sorgt für eine enorme Druckbelastung auf einen sehr kleinen Bereich des Gelenkes. Der Gelenkverschleiß verläuft bei einer derartigen (sogenannten sekundären) Arthrose in Phasen, von der ersten Knorpelschädigung bis zur völligen Gelenkzerstörung, und kann sich über Jahre hinziehen. Dennoch muss die medizinische Forschung trotz aller Bemühungen immer noch konstatieren, dass viele Arthroseerkrankungen idiopathisch (Zusammensetzung aus altgr. „idios“ = eigen + „pathos“ = Leiden) sind, also unklare Ursachen haben. Eine wirksame Prophylaxe gegen die Arthrose ist deshalb weiterhin nicht gefunden.

Die ersten Verschleiße am Gelenkknorpel von Knie und Hüfte können bereits mit Mitte Dreißig entstehen, bei den über 60-Jährigen sind drei von vier Menschen betroffen. Frauen leiden generell häufiger als Männer unter Arthrose.

Welche Symptome hat Arthrose

Die Arthrose verläuft schleichend und in der Anfangsphase oft schmerzfrei. Doch irgendwann tauchen die ersten Symptome auf: Das morgendliche Aufstehen wird mühsamer und ist von Schmerzen begleitet (Anlaufschmerzen). Körperliche Arbeiten gehen einher mit leichten bis mittelschweren Schmerzen in der Hüfte und nach langem Sitzen fällt das Aufstehen schwer. Die Schmerzen müssen dabei nicht nur in der Hüfte auftreten, sie können auch unspezifisch in die Leiste oder den Rücken ausstrahlen. Die Betroffenen reagieren oft durch eine Verringerung der körperlichen Bewegung, verzichten auf Sport und hoffen, die aufgetretenen Beschwerden durch Ruhe erfolgreich zu bekämpfen. Vielleicht noch flankiert durch die Einnahme von frei verkäuflichen Schmerzmitteln. Ein nachvollziehbarer, aber absolut falscher Weg. Bei diesen und ähnlichen Beschwerden ist resignatives Ertragen von Schmerzen der falsche Weg. Auch von der Eigentherapie mit allen möglichen „Wundermitteln“ ist abzuraten. Nur der Facharzt, in der Regel ein Orthopäde, kann durch Röntgenaufnahmen und weitere Verfahren eine eindeutige Diagnose stellen und damit andere symptomähnliche Krankheiten wie Gicht ausschließen.

Die Behandlung der frühen Arthrose

Die Behandlung durch den Arzt folgt zunächst einem konservativen Ansatz. Die moderne Medizin weiß, dass die bloße Verabreichung Schmerz stillender Medikamente für eine nachhaltige Therapie nicht ausreicht. Behandlungspläne verbinden deshalb verschiedene Therapieansätze:

Regelmäßige Bewegung

Wir Menschen sind evolutionär auf Bewegung ausgerichtet. Obwohl wir das wissen, sitzen wir fast den ganzen Tag, beruflich oder privat. Manche bewegen sich nur wenige hundert Meter pro Tag. Das macht träge und beeinflusst eine beginnende oder fortschreitende Arthrose negativ. Regelmäßige Bewegung ist deshalb wichtig. Damit ist kein intensiver Sport gemeint, zwei- bis dreimal die Woche schwimmen oder mit dem Rad fahren sind ein guter Einstieg. Und mit Partner und Hund jeden Abend eine halbe Stunde spazieren zu gehen, auch wenn’s regnet.

Krankengymnastik

Beweglichkeitsübungen und physiotherapeutische Maßnahmen unterstützen diesen konservativen Therapieweg. Dazu lernen die Patienten auch Übungen, die sie zuhause selbst kontinuierlich durchführen können. Ergänzt werden diese Behandlungen durch physikalische Therapien (Wärme- u. Kältebehandlungen, Elektrotherapie etc.) und orthopädietechnische Orthesen wie Einlagen und Gehhilfen.

Schmerztherapie

Bei akuten leichten Schmerzen wird der behandelnde Arzt auch auf bewährte Schmerzstiller wie Ibuprofen oder Diclofenac zurückgreifen, die schnell wirken und keine gefährlichen Abhängigkeiten erzeugen. Im weiteren Krankheitsverlauf sind häufig Antirheumatika indiziert, aber auch Naturheilverfahren (Artischockenextrakte, Akupunktur, TCM usw.) bieten Alternativen zur Schulmedizin.

Ernährungsumstellung

Eine konsequente Ernährungsumstellung hat positive Auswirkungen nicht nur auf das vorhandene (Über-) Gewicht und die damit verbundene Entlastung der Hüftgelenke. Mehr frische mediterrane Küche mit viel Gemüse, Fisch, Olivenöl, wenig Fleisch und viel Vollkornprodukten. Weniger fettreiche, industriell hergestellte Nahrung, auch ein geringerer Zuckerkonsum wirken sich verbessernd auf den Stoffwechsel aus. Insbesondere wenn Arthrose und Gicht in einer negativen Wechselbeziehung stehen. Dass Alkohol nur in Maßen genossen und aufs Rauchen gänzlich verzichtet werden sollte, dient auch der allgemeinen Gesundheit und Fitness.

Wann ist das künstliche Hüftgelenk die richtige Lösung

Arthrose, auch die des Hüftgelenks, ist nicht wirklich heilbar. Der degenerative Prozess kann verlangsamt, aber nicht rückgängig gemacht werden. Wenn der konservative Behandlungsansatz die Hüftarthrose nicht mehr wirksam therapieren kann, wenn der Gelenkknorpel völlig verschlissen ist und jede Bewegung schmerzt, wenn sich also die gesamte Lebensqualität stark verschlechtert hat, dann kann die künstliche Hüfte die definitive Lösung sein. Das betrifft im Übrigen nicht nur Menschen der 60-plus-Generation, bereits 40-Jährige müssen sich dieser Operation unterziehen.

Diese Operation gehört heute zu den Standardoperationen in vielen Krankenhäusern. Sie selbst dauert zwischen ein bis zwei Stunden und kann auch in Teilnarkose durchgeführt werden, was das Herz-Kreislauf-System des Patienten deutlich geringer belastet. Das neue Hüftgelenk besteht aus Titan, einem extrem widerstandsfähigen Material. Die Kosten der Operation liegen bei gut 7.000 Euro und werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, ebenso wird die anschließende Rehabilitation von allen Kassen übernommen. 98 Prozent der Operierten sind mit dem Ergebnis zufrieden.

Welche Risiken gibt es

Operationen sind immer mit Risiken verbunden. Das gilt auch für die Implementierung eines künstlichen Hüftgelenks. Zu den möglichen Komplikationen zählen Wundinfektionen, aber auch Materialbruch und vorzeitige Prothesenlockerung. Die bisherigen statistischen Daten zeigen allerdings eine durchschnittliche Funktionsdauer von 10 Jahren.

Worauf muss man nach der Operation achten

Drei Monate nach der Operation sollte man zurückhaltend bei körperlicher Betätigung sein. Danach ermöglicht die Hüftprothese wieder einen weitgehend normalen Bewegungsablauf, Sport eingeschlossen. Vermeiden sollte man jedoch Sportarten, die mit starken Erschütterungen des Gelenkes verbunden sind, etwa Skifahren. Ideal sind beispielsweise Schwimmen oder Radfahren.