Augenschmerzen

Symptom: Augenschmerzen Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Das menschliche Auge ist ein komplexes und erstaunliches Organ. Für den Menschen ist das Sehvermögen elementar, es verhilft ihm zu einer gesicherten Orientierung. Beschwerden wie Augenschmerzen sollten deshalb immer ernst genommen werden.

Welche Symptome können in Verbindung mit Augenschmerzen auftreten

Im Auge bzw. im Umfeld des Auges können zahlreiche Beschwerden auftauchen. Neben brennenden oder stechenden Schmerzen kommt es häufig zu Juckreiz, Druckgefühl, Trockenheit, geröteten oder geschwollenen Augen, Augentränen und Verkleben der Augen. Zudem können Sehstörungen Probleme verursachen: Doppelsehen, erhöhte Lichtempfindlichkeit, eingeschränkte Sehfähigkeit durch Punkte oder Schatten vor den Augen, Lichtstrahlen oder farbige Kreise um Lichtquellen. Augenschmerzen sind häufig von Kopfschmerzen begleitet und gelegentlich kommt es zu unregelmäßig verformten Pupillen, hervortretenden, eitrigen oder blutigen Augen, Übelkeit oder Schwindel.

Welche Ursachen können für Augenbeschwerden verantwortlich sein

Vielfach liegen den Augenschmerzen und Begleitbeschwerden harmlose Ursachen zugrunde. So zum Beispiel ist durch regelmäßige lange Arbeit am Computer oder dauerhaftes Lesen eine Ermüdung und Strapazierung der Augen möglich. Wenn die Augenbeschwerden häufig auftreten oder sich verstärken, sollten sie mit einem Arzt abgeklärt werden. In seltenen Fällen können auch gänzlich andere Erkrankungen Auslöser der Symptome sein.

Ursachen im Auge und in der Umgebung des Auges

Sehfehler

Viele Menschen haben eine eingeschränkte Sehleistung. Nicht erkannte und unbehandelte Weit- oder Alterssichtigkeit können zu einer Überanstrengung der Augen und somit zu Kopfschmerzen führen. Auch eine sogenannte Heterophorie, ein verstecktes Schielen, kann Augenbrennen, Kopfschmerzen sowie Doppel- oder Verschwommensehen hervorrufen.

Unpassende Brille oder Kontaktlinsen

Brille und Kontaktlinsen sollen Sehfehler korrigieren und ein problemfreies Sehen ermöglichen. Mitunter können sie jedoch Auslöser für Beschwerden sein. Gleicht eine Brille die Fehlsichtigkeit nicht vollständig aus, treten Kopfschmerzen oder Augenbrennen auf. Erhält ein Patient eine neue Gleitsichtbrille, kann dies ebenfalls zu vorübergehenden Augen- und Kopfschmerzen führen. Der Grund hierfür ist allerdings nicht die falsche Anpassung der Brille, sondern die nötige Gewöhnung an die Sehhilfe. Bei mangelnder Hygiene und Reinigung von Kontaktlinsen können diese Augenschmerzen, unangenehme Druckgefühle oder trockene und gerötete Augen bewirken.

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Ein sehr häufiger Auslöser für Augenschmerzen ist die Bindehautentzündung. Die Bindehaut ist eine Schleimhaut im vorderen Bereich der Augenhöhle. Typische Symptome der Erkrankung sind eine starke Rötung der Augen, Schwellung der Bindehaut, Verengung der Lidspalte, Juckreiz, Brennen, Tränen und Lichtempfindlichkeit.

Lidrandentzündung (Blepharitis)

Eine Entzündung der Augenlider erscheint häufig in Kombination mit einer Bindehautentzündung. Der Lidrand ist rot, geschwollen, juckt oder brennt. Zusätzlich können die Augen verklebt und mit einem Fremdkörpergefühl verbunden sein.

Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis)

Die mittlere Augenhaut (Uvea) umfasst die Aderhaut, den Strahlenkörper sowie die Regenbogenhaut (Iris). Bei einer Entzündung können nur ein Bereich oder auch die komplette Uvea betroffen sein. Augenrötungen, Verschwommensehen und eine Herabsetzung der Sehschärfe sind die Hauptsymptome dieser Erkrankung. Zudem kann der Betroffene unter Augenschmerzen, verstärktem Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und Lichtempfindlichkeit leiden. Die Entzündung kann nur ein oder auch beide Augen betreffen.

Erkrankungen und Verletzungen der Hornhaut

Bereits geringfügige Hornhautverletzungen können zu starken Schmerzen führen. Sei es durch Kratzer, Eindringen von Fremdkörpern, Verbrennungen oder Verätzungen, UV-Strahlung oder falschem Gebrauch von Kontaktlinsen – die Hornhaut ist äußerst empfindlich. Eine Hornhautentzündung (Keratitis) verursacht Lichtempfindlichkeit, Augenschmerzen, verminderten Tränenfluss und längerfristig eine verringertes Sehvermögen.

Glaukom (Grüner Star)

Der Grüne Star entsteht meist durch einen erhöhten Augeninnendruck. Bei einem Glaukomanfall kann es zu starken Augenschmerzen, geröteten Augen, Kopfschmerzen, zum Sehen von Farbringen um Lichtquellen und zum plötzlichen Sehverlust kommen. Ein Glaukomanfall sollte sofort ärztlich behandelt werden, da im schlimmsten Fall eine Erblindung des Auges droht.

Weitere mögliche Ursachen, die direkt mit dem Auge oder dessen näheren Umgebung zusammenhängen, sind: Erkrankungen der Tränendrüse, Entzündung des Sehnervs, seltene Entzündungen der Augenmuskeln, Erkrankungen der Lederhaut, Endophthalmitis (sehr seltene Augenentzündung durch Infektion), Augenhöhlenvereiterung, Tumor in der Augenhöhle, Migräne, Hirnhautentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung oder Erkrankungen des Oberkiefers.

Ursachen außerhalb des Auges

Bluthochdruck (Hypertonie)

Ein hoher Blutdruck kann unter anderem auch Augenprobleme bewirken. Er verändert die Netzhautgefäße und kann zu Einblutungen der Netzhaut, Augenschmerzen, Sehstörungen und Kopfschmerzen führen.

Multiple Sklerose

Die schwere entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems zeigt in ihrem frühen Stadium typischerweise auch Sehstörungen wie Augenschmerzen, schleierhaftes oder trübes Sehen, Lichtblitze, Farbbeeinträchtigungen oder sogar Sehausfälle des Gesichtsfeldes. Die häufigste Ursache ist eine Entzündung des Sehnervs, die mit der Multiplen Sklerose einhergeht.

Psychische Ursachen

Psychischer Stress kann ebenfalls Augenbeschwerden begünstigen. Psychosomatische Symptome sind trockene Augen, Augenschmerzen, Lidkrämpfe oder sogar chronische Augenerkrankungen.

Wie können Augenbeschwerden behandelt werden

Vor einer Behandlung von häufig auftretenden und gravierenden Augenschmerzen sollte immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Selbstbehandlung

Bei leichten Beschwerden genügt es oft schon, die Augen eine Weile zu schließen, die Computer- oder Lesetätigkeit zu unterbrechen und grelles Licht zu vermeiden. So sind die Augen in der Lage, sich zu entspannen. Eine Linderung der Schmerzen verschaffen Augenmasken. Mit Gel gefüllte und kühlbare Masken helfen bei gereizten und geschwollenen Augen. Trockene und brennende Augen lassen sich gut mit Augentropfen und sogenannten Tränenersatzmitteln behandeln. Wenn keine speziellen Tropfen vorhanden sind, eignet sich auch eine Kochsalzlösung. Für entzündete Augen gibt es spezielle Mittel aus der Apotheke, aber auch eine Kompresse mit Kamillentee oder Augentrost beruhigen die Augen. Sind eine unangepasste Brille oder falsche Kontaktlinsen die Ursache für die Probleme, lassen sich diese mit einem Gang zum Optiker zügig klären. Bei einer Lidrandentzündung ist eine gute Lidrandhygiene ausschlaggebend für die Heilung. Mit einer in heißem Wasser getränkten Kompresse, die auf die geschlossenen Augen gelegt wird, kann sich das in den Talgdrüsen gesammelte Sekret verflüssigen. Zusätzlich können die Lider mit einem Wattestäbchen und einer speziellen Flüssigkeit gereinigt werden.

Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Augen sind ein regelmäßiger Besuch beim Augenarzt, eine richtige Beleuchtung am Arbeitsplatz, die Vermeidung langer Tätigkeiten vor dem Bildschirm sowie eine ausreichende Entfernung zum Bildschirm. Zudem ist es wichtig, trockene Luft zu vermeiden. Regelmäßiges Fensteröffnen trägt zu gesunden Luftverhältnissen bei. Zugluft und Zigarettenrauch reizen die Augen zusätzlich. Ein bewusster stetiger Lidschlag sorgt dafür, dass die Hornhaut mit Tränenflüssigkeit benetzt wird. Kontaktlinsenträger sollten auf eine angemessene Reinigung und Pflege sowie einen regelmäßigen Wechsel der Kontaktlinsen achten. Generell gilt Vorsicht beim Umgang mit Chemikalien, handwerklichen Geräten und Werkzeugen oder Gegenständen die splittern können.

Medizinische Behandlung

Je nach Diagnose wird der Arzt die Augenerkrankung oder eine andere vorliegende Erkrankung therapieren. Bei vielen Krankheiten bakterieller Natur kommen Antibiotika zum Einsatz, so auch bei der Bindehautentzündung, Nebenhöhlenentzündung, Entzündung der mittleren Augenhaut oder bei Hornhauterkrankungen. Cortisonhaltige Augentropfen und -salben sowie Schmerzmittel sind ebenso hilfreich. Grüner Star wird mit Augentropfen und Laseranwendungen behandelt, um den Augeninnendruck zu senken. Wenn dies nicht möglich ist, stehen verschiedene Operationen zur Verfügung.