Blähungen

Symptom: Blähungen Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Zugegeben, es ist ein heikles Thema. Aber auch dieses Thema betrifft Ihre Gesundheit. Leiden Sie unter Blähungen? Gehen bei Ihnen öfters Winde, sprich Pupse, ab? Dann sind Sie nicht allein. 20 % aller Erwachsenen leiden mit Ihnen und haben zumindest gelegentlich Blähungen. Damit gehören Blähungen zu den häufigsten Beschwerden im Bauchbereich, neben Obstipation (Verstopfung) und Bauchschmerzen. Auch wenn Sie dieses Thema bei Ihrem Arztbesuch nicht gern erwähnen, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt darüber sprechen, wenn die Blähungen Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Ihr Hausarzt ist auch der richtige Ansprechpartner, wenn Sie noch weitere Symptome (z. B. anhaltende Bauchschmerzen oder Beschwerden im Herzbereich nach dem Essen) bei sich bemerken. Oft reicht schon eine Änderung Ihrer Ernährungsgewohnheiten aus, um die Blähungen verringern zu können. Die hier aufgeführten Tipps und Behandlungsmöglichkeiten können Ihnen dabei helfen.

Was sagt die Schulmedizin dazu

Der medizinische Fachausdruck für Blähungen ist Meteorismus. Die meisten Patienten, die über ein Aufgeblähtsein klagen, haben kein vermehrtes Gasvolumen im Darm. Dieses subjektive Blähungsgefühl entsteht oft bei einem Reizdarmsyndrom. Weiterhin kann auch ein krankhaft vermehrtes Gasvolumen innerhalb des Magen-Darm-Traktes auftreten. Spricht man von Blähungen, gehört auch die Frage nach der Anzahl der Windabgänge (Pupse) dazu. Medizinisch nennt man das Flatulenz. Die Windabgänge sind stark ernährungsabhängig und von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Als krankhaft wird der Abgang von Darmgasen dann bezeichnet, wenn mehr als 24 Pupse pro 24 Stunden den Anus verlassen. Fast das gesamte Gasvolumen im Darm (99 %) besteht aus geruchlosen Gasen (Sauerstoff, Methan, Wasserstoff, Stickstoff und Kohlendioxid). Da fragt man sich natürlich, wo die übel riechenden Winde herkommen. Diese werden durch bakterielle Fermentation von nicht resorbierten Eiweißen verursacht. Dabei entstehen Spuren von verschiedenen Gasen, beispielsweise Schwefelwasserstoff (riecht nach faulen Eiern) und Ammoniak (riecht stechend). Da wollen wir doch trotz des heiklen Themas froh sein, dass diese Gase nur 1 % des gesamten Gasvolumens ausmachen.

Wie gelangt die Luft in den Magen bzw. welche Ursachen haben Meteorismus und Flatulenz

1. Es wird Luft geschluckt

Es ist völlig normal, dass beim Schlucken geringe Luftmengen in den Magen gelangen. Auch Nahrungsmittel enthalten Luft. Umso überraschender ist die Gesamtmenge an Luft, die pro Tag in den Magen gelangt. Es sind ca. 2 bis 3 Liter Luft, die teils durch Rülpsen unseren Körper wieder verlassen. Generell dauert es etwa 35 Minuten bis die Gase durch den Darm zum Anus gewandert sind.

Wird vermehrt Luft geschluckt, liegt am häufigsten eine neurotische Verhaltensstörung (z. B. nervöse Eigenart) zu Grunde. Es kann aber auch an falschen Essgewohnheiten liegen, z. B. zu hastiges Trinken und Essen oder zu viele kohlensäurehaltige Getränke. Auch Angst, Mundtrockenheit und emotionaler Stress können zu vermehrtem Luftschlucken führen.

2. Beim Abbau von Kohlenhydraten durch Bakterien im Dickdarm entstehen Gase

Gelangen Kohlenhydrate in den Dickdarm, werden diese durch anaerobe Bakterien abgebaut. Dabei entstehen Kohlendioxid, Wasserstoff und Fettsäuren. Der Anteil von Kohlendioxid und Wasserstoff wird dabei durch das Nahrungsangebot und durch die jeweiligen Dickdarmbakterien (Darmflora) bestimmt.

Unverdauliche Kohlenhydrate, wie z. B. Ballaststoffe, oder auch schwer verdauliche Nahrungsmittel, wie z. B. Kohlgemüse, Hülsenfrüchte und Zwiebeln verursachen eine verstärkte Gasbildung.

Verträgt man keine Milch (z. B. bei Laktasemangel) kann der Milchzucker nicht verdaut werden, was im Dickdarm zur Bildung von Darmgasen führt. Auch bei einigen Zusatzstoffen, wie z. B. Sorbit (damit werden Diabetikerlebensmittel gesüßt), entstehen zusätzliche Darmgase.

3. Der Körper kann das Kohlendioxid nicht ausreichend resorbieren und abtransportieren

Über kohlensäurehaltige Getränke (wie z. B. Sprudelwasser, Cola) gelangt Kohlendioxid in den Magen. Auch während der Verdauungstätigkeit entsteht Kohlendioxid. Normalerweise wird dieses Kohlendioxid über den Dünndarm resorbiert. Es gelangt über das Blut zur Lunge, wo es abgeatmet wird. Funktionieren die Aufnahme im Dünndarm oder der Transport zur Lunge nur unzureichend, z. B. bei Rechtsherzinsuffizienz oder Pfortaderhochdruck, entstehen Blähungen.

4. Es liegt ein Störung der unwillkürlichen Darmbewegungen (Peristaltik) vor

Hier kann es sich um ein Reizdarmsyndrom, um eine Darmparese oder um einen Darmverschluss handeln.

Welche Symptome treten auf

Mit den Blähungen tritt meist ein Gefühl der Völle auf. Man wundert sich, dass die Kleidung plötzlich enger ist. Die meisten Blähungen sind schmerzhaft. Dabei können die Schmerzen seitlich des Bauchnabels und des Magens auftreten, was aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen kann. Weiterhin können Übelkeit, laute Darmgeräusche, Windabgänge, Luftaufstoßen (Rülpser) und ein Druckgefühl im Bauch auftreten. Eine Sonderform der Blähungen stellt das Roemheld-Syndrom dar. Aufgrund von Darmgasen im Bereich des Oberbauches werden Herzbeschwerden ausgelöst.

Was können Sie gegen Blähungen und Winde tun

Ernährungsgewohnheiten prüfen

Prüfen Sie die Art und Zubereitung der Nahrungsmittel, Ihre Essenszeiten und Ihre Umgebung während des Essens. Hierbei kann auch eine professionelle Ernährungsberatung hilfreich sein.

  • Meiden Sie blähende Nahrungsmittel, wie z. B. Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Möhren, Zwiebeln, Vollkornbrot, Bananen und Rosinen.
  • Essen Sie ballaststoffreiche und schwer verdauliche Nahrungsmittel sowie Obst und rohes Gemüse nicht nach 18:00 Uhr – wenn Sie einen normalen Tagesablauf haben. Der Nahrungsbrei verweilt dann zu lange in Ihrem Darm. Darüber freuen sich die Bakterien.
  • Essen Sie in Ruhe. Kauen Sie Ihr Essen gut. Die Kohlenhydratverdauung beginnt bereits im Mund.
  • Vermeiden Sie stark kohlensäurehaltige Getränke.
  • Gönnen Sie sich einen Verdauungsspaziergang nach dem Essen. Bewegung fördert die Darmperistaltik.

Nahrungsmittelverträglichkeit prüfen

Prüfen Sie Ihre Verträglichkeit auf bestimmte Nahrungsmittel. Benötigen Sie vielleicht glutenfreie Kost? Haben Sie einen Laktasemangel? Nehmen Sie zu viel Sorbit (beispielsweise über Kaugummis oder Diabetes-Diätetika) zu sich?

Aufbau der Darmflora

Des Weiteren sollten Sie nach einer Antibiotikatherapie die gestörte Darmflora wieder aufbauen. Die Antibiotika zerstören nicht nur die krankmachenden Bakterien, z. B. einer Lungenentzündung, sondern auch die Bakterien im Darm.

Verdauungsfördernde Tees

Trinken Sie doch einmal Tee zum Essen. Sogenannte Karminativa, beispielsweise Anis, Fenchel, Kümmel oder Pfefferminze entspannen den Darm und lösen die schmerzhaften Bauchkrämpfe.

Sonstiges

Bei Blähungen hilft eine Wärmeflasche auf dem Bauch und eine kreisförmige Massage. Leiden Sie zusätzlich unter Obstipation (Verstopfung), sollten Sie dies behandeln. Es gibt Medikamente, die den Verdauungsbrei entschäumen und die Gasbläschen zerstören. Es liegen jedoch keine gesicherten Studien zu einer ausreichenden Wirksamkeit vor.

Und zu guter Letzt: Halten Sie Ihre Winde nicht zurück.