Blasenschwäche

Symptom: Blasenschwäche Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Eine Blasenschwäche ist mit der modernen Medizin heutzutage glücklicherweise recht sanft und schnell zu behandeln. Aktuell gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, sodass sich niemand mehr mit Schmerzen beim Wasserlassen quälen muss.

Was ist eine Blasenschwäche

Meistens sind Frauen die betroffenen Patienten einer Blasenschwäche leiden. Bei einer Blasenschwäche ist eine Kontrolle über das Müssen stark eingeschränkt bzw. gar nicht mehr möglich. Es gibt unterschiedliche Formen einer Blasenschwäche. Häufig leiden Frauen an einer sogenannten Blasen-Inkontinenz. Diese äußert sich meistens darin, dass der Erkrankte beim Lachen oder beim Husten unkontrolliert Urin verliert. Im fortgeschrittenen Stadium geschieht dies bereits beim Treppensteigen, Laufen oder gar im Liegen ohne körperliche Anstrengung.

Eine Blasenschwäche ist medizinisch gesehen ungefährlich, für den Betroffenen jedoch sehr einschränkend im Tagesablauf und unangenehm. Eine Blasenschwäche wird in Deutschland (statistisch erfasst) am wenigsten behandelt. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Erkrankten eine große Hemmschwelle haben, darüber zu sprechen. Gut 40 Prozent der an Blasenschwäche leidenden Probanden verheimlichen gerne, dass sie betroffen sind. Nicht zuletzt, weil es einen intimen Körperbereich und die Körperhygiene an sich betrifft.

Wer bekommt eine Blasenschwäche

Landläufig heißt es, dass eine Blasen-Inkontinenz eine Alterskrankheit ist. Dies ist jedoch nur bedingt der Fall. Glaubt man der Deutschen Kontinenz Gesellschaft, sind vier bis fünf von einhundert Frauen unter einem Lebensalter von 65 Jahren betroffen. Gerade junge Mütter können für eine Blasenschwäche anfällig sein. Da sich ihr Beckenboden durch die Schwangerschaft und dann folgende Geburt stark gedehnt hat, sind sie häufig betroffen. Das anschließende Tragen des Neugeborenen belastet die Blase und das Gewebe zusätzlich.

Überdurchschnittlich oft sind auch übergewichtige Personen betroffen. Dies liegt an dem schwachen Bindegewebe. Jedoch auch Personen, die einer schweren, körperlichen Arbeit nachgehen, oder Menschen mit einer chronischen Bronchitis leiden häufig an einer Blasenschwäche. Bei älteren Menschen entsteht einer Blasenschwäche meistens durch den sich verändernden Hormonhaushalt. Eine mögliche Ursache kann zudem eine Senkung der Scheide oder Gebärmutter sein.

Welche Symptome gibt es

Vielfach verspüren die Betroffenen erst leichte Verspannungen im Nacken-, Rücken- und Wirbelsäulenbereich. Weiterhin können Verdauungsstörungen und Bauchschmerzen sowie Hämorrhoiden erste Anzeichen einer beginnenden Blasenschwäche sein. Diese Probleme werden grundsätzlich vom Beckenbodenbereich ausgelöst.

Allgemein ist zu betonen, dass der Beginn meistens schleichend und harmlos vonstattengeht. Betroffenen verlieren mal ein Tröpfchen Urin immer wieder über einen langen Zeitraum, dann sind es schon zwei und so geht es immer weiter. Bis eine Blasenschwäche den kompletten Tagesablauf dominiert.

Wie wird eine Blasenschwäche festgestellt

Dass man betroffen ist, merkt man in der Regel selbst. Schwieriger ist es da schon, einen geeigneten Arzt für die Behandlung zu finden. Häufig kennen sich Mediziner nicht besonders gut mit einer Blasenschwäche und den Behandlungsmöglichkeiten aus. Das zweite Problem ist, das der Erkrankte nicht gerne über seine Beobachtungen spricht und ein kompetenter Rat somit schwierig zu erteilen ist.

Ein Gynäkologe sollte für Frauen die erste Anlaufstelle sein. Jedoch auch Proktologen oder Urologen kennen sich gut aus, wenn es um eine Blasenschwäche geht. Die Zahl der speziellen Beckenbodenzentren wächst zudem stetig in Deutschland an. Hier helfen gut ausgebildete Fachärzte und Physiotherapeuten bei Beschwerden schnell und diskret weiter.

Die Ursachen einer Inkontinenz klären Mediziner meistens mittels eines so genanten Miktions-Tagebuches. In ihm dokumentiert der Patient seine Trinkgewohnheiten und auch wann und wie oft er zur Toilette gehen muss. Die gebräuchlichsten Varianten bei der Diagnostik sind die Urinuntersuchung, der Ultraschall, die Blasenspiegelung und das Abtasten der Beckenbodenmuskeln.

Wie behandelt man eine Blasenschwäche

Bei einer leichten Inkontinenz können sanfte Heilmethoden (zum Beispiel ein gezieltes Beckenbodentraining) schnell helfen. Gegen größere Beschwerden haben sich Medikamente mit einem Wirkstoff namens Duloxetin bewährt. Dieser verbessert die Funktionen des Blasenschließmuskels. Gute Dienste leisten auch östrogenhaltige Zäpfchen oder Salben – vorzugsweise bei Frauen, die in oder direkt nach den Wechseljahren eine Blasenschwäche bekommen. Der gestörte Östrogenhaushalt lässt sich so leicht ausgleichen.

Weiterhin kann man die Nerven, die für die Blasensteuerung zuständig sind, mit einer geringen Elektrostimulation reizen. Diese Methode wird jedoch eher selten angewandt. Wichtig ist: Wird eine Blasenschwäche nicht korrekt behandelt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Operation unumgänglich, um den ständigen Urin-Verlust einzudämmen. Hierzu wird mit einer örtlichen Betäubung ein die Harnröhre stützendes Kunststoffband eingesetzt. Dieses so genannte TVT-Verfahren lässt die Harnröhre wieder richtig schließen. Ferner können die Gebärmutter entfernt werden und anschließend die Scheide verengt werden – sofern es sich bei der Inkontinenz-Ursache um eine Gebärmuttersenkung handelt.

Gibt es auch alternative Heilmethoden

Es gibt eine Reihe von speziellen Übungen, um einen gedehnten Beckenboden wieder zu stärken. Solche Kurse werden häufig an Krankenhäusern, in Sportvereinen und auch Volkshochschulen angeboten. Manche Physiotherapeuten bieten ebenso eine effektive Hilfe durch gezielte Übungen an. Erste Erfolge sind (bei regelmäßigem Training) nach drei bis ca. sechs Monaten zu erwarten. Homöopathische Tropfen (beispielsweise Aletris Oligoplex) sollen ebenfalls helfen.

Bei übergewichtigen Patienten ist der erste Weg ganz klar die Gewichtsabnahme. Häufig geht die Blasenschwäche dann wie von selbst. Außerdem hilft es oft schon, den Tagesablauf so zu verändern, dass eine Beckenboden-Belastung minimiert wird. Chronischem Husten sollte man behandeln lassen und das Heben schwerer Gegenstände vermeiden. Ebenso stärkend wirken Präparate mit Extrakten aus Kürbissamen und Arzneien mit Ginkgo durchbluten die Blasenmuskulatur.

Wie kann ich einer Blasenschwäche vorbeugen

Täglich zehn Minuten Beckenbodentraining ist für Frauen ab 30 eine gute, vorbeugende Maßnahme und hilft nicht nur, wenn man schon betroffen ist. Eine einfache Angewohnheit entlastet zusätzlich: Nehmen Sie beim Niesen oder Husten grundsätzlich eine aufrechte Körperhaltung ein – wer nun noch über den Druck über die Schultern direkt nach hinten ableitet, entlastet die Blase.

Weiterhin sollte darauf geachtet werden, Dinge richtig zu heben. Dazu stellt man sich mehr als schulterbreit hin, beugt die Knie, streckt den Po nach hinten und hält den Rücken gerade. Nun spannt man den Beckenboden an und hebt den Gegenstand mit der Kraft aus den Beinen kommend.

Wichtig ist auch die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Betroffene trinken meisten zu wenig, da sie fürchten, es könne wieder Urin verloren gehen. Der Beckenboden wird jedoch in diesem Falle immer schwächer und untrainierter, wenn die Blase nie richtig gefüllt ist. Dies gilt auch für den Gang zur Toilette: Gehen Sie nicht bei dem kleinsten Anzeichen Ihre Blase entleeren – die Blase kommt so schneller aus der Übung.