Blinddarmentzündung

Krankheit: Blinddarmentzündung Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Blinddarmentzündung ist eine sehr häufige Erkrankung, die in der medizinischen Fachsprache auch Appendizitis genannt wird. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung, die direkt am Wurmfortsatz des Blinddarmes liegt. Der Wurmfortsatz ist ein circa 10 Zentimeter langes Anhängsel, welcher als evolutionstechnischer, funktionsloser Überrest unserer Vergangenheit angesehen wird. Oftmals geschieht es aber, dass sich in diesem Teil des Darmes viele Krankheitserreger einnisten. Schnell kann sich der Wurmfortsatz so entzünden, was zu einer schmerzhaften Blinddarmentzündung führen kann. Doch auch Kerne von Kirschen, Melonen oder Weintrauben können als Auslöser für die Entzündung gelten. Hierbei ist jedoch sehr viel Diskussion in Umlauf, da zahlreiche Ärzte der Meinung sind, dass ein verschluckter Kern nicht zur Entzündung führen kann.

Entwicklung des Schmerzes

Eine Blinddarmentzündung ist jedoch nicht von Beginn an schmerzhaft oder voll ausgebildet. Zunächst durchläuft die Entzündung mehrere Stadien, bei denen es gilt die Erkrankung so schnell wie möglich zu erkennen, um die Entwicklung gegebenenfalls zu unterbinden.

Stadium 1: (katarrhalisch) Hierbei handelt es sich noch um eine simple Entzündung des Darmanhängsels. Der Darm versucht durch eine erhöhte Schleimproduktion einen permanenten Schutz aufrecht zu erhalten und erhöht zudem die Durchblutung. Bakterien und Viren sollen so aus dem Darmbereich ausgespült werden und durch Organe gefiltert werden. Sollte diese Maßnahme nicht erfolgreich greifen, so geht die Entzündung in das zweite Stadium über.

Stadium 2: (ulzerös) Die Darmwand schwillt an, da eine Sekretanstauung durch einen Fremdkörper (Kotsteine oder Kerne) hervorgerufen wird. Dies zieht nach sich, dass sich ein Geschwür bildet, welches wiederum zu eitern beginnt. Hieraus resultiert eine Schädigung der Darmwand.

Stadium 3: (gangränös) Durch die Ansammlung von Schmutz und Keimen an der Entzündungsstelle wird der Bereich braun und faulig stinkend.

Stadium 4: (perforierend) Dies ist das schlimmste Stadium. Hierbei kann es passieren, dass die Darmwand dem Druck des Geschwüres nicht mehr Stand hält und bricht. Gezielt bedeutet das, dass die Darmwand durchbricht und somit einen direkten Weg in die Bauchhöhle freilegt. Hierein fließen dann Fäkalien aus dem Darmtrakt, Blut und Bakterien. Zudem bildet sich eine Eiteransammlung an der offenen Bruchstelle, die zudem in die Bauchhöhle einfließen kann. Ein Handeln ist hier von größten Nöten.

Symptome, die Sie kennen sollten

Besonders bei zahlreichen Erwachsenen treten Blinddarmentzündungen auf. Nicht immer muss dieser Prozess schleichend vorangehen. Oftmals gibt es zahlreiche Symptome, die dennoch viel zu oft ignoriert werden oder nicht richtig gedeutet werden. Daher hier eine kleine Zusammenfassung, auf welche Anzeichen Sie unbedingt achten sollen.

1. Bei einer Blinddarmentzündung haben die Patienten meist einen „wandernden Schmerz“. Dieser beginnt meist am Bauchnabel und ähnelt einem gewöhnlichen Bauchschmerz. Innerhalb von wenigen Stunden jedoch wandert der Schmerz in die rechte Seite des Unterbauches und verstärkt sich hier immer mehr.

2. Das zweite Symptom ist Fieber bis zu 39 Grad. Dieses Symptom kommt bei fast jeder Blinddarmentzündung in jungen Jahren vor. Ältere Menschen hingegen können aber auch an einer Blinddarmentzündung leiden, ohne Fieber zu bekommen. Daher sollte nicht unbedingt auf Fieber als Symptom „gewartet“ werden. Zudem ist die Pulsfrequenz erhöht, was sich deutlich mit Auflegen des Fingers am Handgelenk oder an der Schlagader im Halsbereich messen lässt.

3. Jede Bewegung schmerzt und Laufen ist fast nicht mehr möglich. Ein solcher Bewegungsschmerz verstärkt sich zudem wenn das rechte Bein angehoben wird, da hierbei der betroffene Bereich extrem gereizt wird.

4. Durch die Entzündung im Darmbereich und den intensiven Bauchschmerzen leiden viele Betroffene unter Appetitlosigkeit. Es kann zu Erbrechen und enormer Übelkeit kommen, die mit Kopfschmerzen einhergehen kann.

5. Das Stuhlverhalten ändert sich sehr stark. Es kommt entweder zu Verstopfungen, die lange andauern oder zu Durchfall.

Behandlungsmöglichkeiten

Generell kann einer Blinddarmentzündung nicht vorgebeugt werden. Daher gilt bei dem kleinsten Verdacht, dass so schnell wie möglich gehandelt werden muss, um dem perforierenden Stadium vorzubeugen. Bereist bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung handeln die Ärzte schnell und ohne Zeit zu verlieren. Eine sofortige Einlieferung in ein Krankenhaus ist die wichtigste Handlung, die in dieser Situation getan werden kann. Bei Ankunft im Krankenhaus werden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt.

Der Patient bleibt während der gesamten Zeit ohne Nahrung, da er unbedingt nüchtern blieben muss. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, falls sich der Verdacht erhärtet, sodass es sich um eine Blinddarmentzündung handelt. Stellt sich dieses heraus, muss so schnell wie möglich eine Operation angesetzt werden. Hierbei muss der Patient unbedingt nüchtern sein. Bei der Operation wird der entzündetet Wurmfortsatz entfernt. Dies verhindert, dass der Darm an der gereizten Stelle bricht und Sekrete, Darminhalte und weitere Substanzen in die Magenhöhle einlaufen.

Das Standartverfahren bei dieser Operation ist der offene Bauchschnitt. Die Bauchdecke wird geöffnet und ein deutliches Einsehen an die betroffene Stelle ist gewährleistet. Jedoch wird dieses Verfahren bei einer fortgeschrittenen Appendizitis gerne genutzt, da ein Infektionsrisiko in diesem Stadium sehr hoch ist. Liegt der Bruch bereits offen oder besteht die Gefahr auf einen schnellen Bruch, so würde eine Operation mit einem Endoskop schnell zu einer Entzündung führen können. Der offene Schnitt ermöglicht ein schnelles Entfernen und verringert das Infektionsrisiko. Negativ an diesem Verfahren ist jedoch, dass ein sehr großer Schnitt getätigt werden muss.

Eben dies soll durch das neuere minimal-invasive Verfahren, die Laparoskopie verhindert werden. Drei kleine Schnitte müssen hierbei erfolgen, die im Vergleich zum offenen Bauchschnitt aber nur sehr klein sind. Danach werden die Instrumente zur Entfernung des Wurmfortsatzes durch diese Schnitte eingeführt. Ein besonderer Vorteil ist es auch, dass diese Methode eine Diagnose bei unklaren Fällen bietet, ohne dass ein großer Schnitt getätigt werden muss. Dem Patienten kann so mit Sicherheit gesagt werden, ob es sich um eine Blinddarmentzündung handelte oder nicht, ohne dass ein großer Schnitt gesetzt werden muss. Durch die drei Schnitte wird ein Endoskop eingesetzt, welches einen deutlichen Einblick in den Darm- und Bauchraum gibt. Ebenfalls kann durch dieses Endoskop der entzündetet Teil des Darmes entfernt werden.

Nach der Operation darf der Patient 24 Stunden lang nichts essen und trinken, damit der Darmtrakt genesen kann. Bei der Laparoskopie beträgt der Krankenhausaufenthalt nur einen einzigen Tag, sodass der Patient dieses schnell wieder verlassen kann. Die Schnitte am Bauch heilen meist auch in wenigen Tagen bis Wochen vollständig ab, sodass keinerlei Einschränkungen entstehen.