Brustkrebs

Krankheit: Brustkrebs Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Rund 72.000 Neuerkrankungen werden pro Jahr registriert. Die wenigsten Fälle davon sind erblich bedingt. Laut einer Statistik des Robert-Koch-Institutes erhält die Hälfte der Frauen davon die Krebsdiagnose vor dem 65. Lebensjahr. Jede zehnte Frau ist jünger als 45 Jahre. 2010 starben 17.466 Frauen an Brustkrebs. Männer erkranken deutlich weniger oft an Brustkrebs. Die Erkrankungsrate liegt unter einem Prozent.

Definition Brustkrebs

Die medizinische Bezeichnung für Brustkrebs lautet Mammakarzinom. Etwa 1/4 aller diagnostizierten Mammakarzinome sind bösartig. 3/4 davon stellen Vorstufen zum Krebs dar oder sind gutartig. Die Brust besteht aus Drüsengewebe und Fettgewebe. Brustkrebs kann von den Drüsen ausgehen. Dann wird dieser als lobuläres Karzinom bezeichnet. Geht der Krebs von den Zellen aus, welche die Milchgänge bilden, dann wird er als duktales Karzinom bezeichnet. Das duktale Karzinom ist die häufigste Krebsform in der Brust. Durch die Bildung von Metastasen kann der Krebs von der Brust auf andere Organe übergreifen.

Mögliche Ursachen von Brustkrebs

Nur 5-10 Prozent der Fälle basieren auf erblichen Anlagen. Dabei können die mutierten Gene BRCA-1 und BRCA-2 mögliche Auslöser sein. Zu anderen Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs zählen hormonelles Ungleichgewicht, Rauchen, fette Ernährung und Übergewicht. Doch auch das Alter bei der Geburt der Kinder und der Zeitraum, wie lange diese gestillt wurden, spielt bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle.

Symptome der Erkrankung

Jede Frau sollte ihre Brust einmal im Monat selbst nach Veränderungen abtasten. Knoten, die auf Krebs hindeuten, lassen sich nicht verschieben. Sie fühlen sich fest, wie eine Erbse oder ein Stein an und schmerzen nicht. Zieht sich eine Brustwarze ein oder sondert sie eine blutige oder klare Flüssigkeit ab, dann sollte ein Gynäkologe aufgesucht werden. Eine Selbstuntersuchung umfasst das Heben und Senken der Arme. Sind die Brüste seit Kurzem unterschiedlich groß, verhalten sie sich beim Auf und Ab unterschiedlich oder ist die Haut an einer Stelle eingezogen, dann sollten die Beobachtungen mit einem Arzt abgeklärt werden. Sind die Lymphknoten in der Achselhöhle geschwollen, dann deutet dies auf bereits fortgeschrittenen Brustkrebs hin. Auffälligkeiten der Haut wie Großporigkeit, Rötungen und Entzündungen sollten ebenfalls abgeklärt werden.

Diagnose

Je früher Brustkrebs entdeckt wird, umso größer sind die Heilungschancen. Frauen sollten deshalb alle Möglichkeiten zur Vorsorge wahrnehmen. Wird beim Abtasten der Brust, bei einer Ultraschalluntersuchung oder einer Mammografie ein auffälliger Befund festgestellt, dann erfolgen in der Regel weitere Untersuchungen in der Form von Ultraschall, Mammografie, MRT und einer Entnahme von Gewebeproben. Dabei können gutartige oder bösartige Tumore festgestellt werden. Gutartige Tumore sind:

  • Lipome (Fettgeschwülste)
  • Fibroadenome (Knoten aus Binde- oder Drüsengewebe)
  • Zysten (Flüssigkeitsansammlungen)
  • fibrozystische Mastopathie (gutartige Knoten im Brustgewebe)
  • Papillome (Wucherungen im Milchgang)

Mikrokalk kann gutartig oder bösartig sein. Ein erfahrener Radiologe erkennt das an der Form der Kristalle. In 20 Prozent der Fälle weist Mikrokalk auf ein Karzinom, zum Beispiel auf ein DCIS, hin. Eventuelle vorhandene Metastasen können mittels Sonografie und Röntgen aufgespürt werden.

Behandlungsmethoden

Die Therapie bei Brustkrebs besteht in der Regel aus der Entfernung der erkrankten Brust durch Amputation. Ergänzend dazu werden Bestrahlung, Chemotherapie, Antihormontherapien und molekularbiologische Therapien durchgeführt. Oft werden diese Therapien nach der Operation zur Zerstörung eventuell gestreuter Krebszellen angewendet. In einigen Fällen erfolgen diese Therapien vor einer OP. Der Tumor wird damit operabel. Besteht keine Aussicht auf vollständige Heilung, dann werden palliative Therapien angewandt. Diese lindern die Symptome der Erkrankung und zögern das Wachstum der Krebszellen hinaus.

Für jede Frau einen individuellen Behandlungsplan

Die Behandlung ist abhängig von der Größe und der Ausbreitung der Erkrankung. Fachärzte prüfen, ob das Krebswachstum durch die Gabe von Hormonen oder durch Hormonentzug eingedämmt werden kann. Sie prüfen den Wachstumsfaktor HER2. Ist dieser vermehrt vorhanden, dann wird eine Antikörpertherapie erwogen. Der individuelle Behandlungsplan wird auf einer Tumorkonferenz mit der gynäkologischen Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie, Pathologie und Vertretern aus innerer Medizin und internistische Onkologie erstellt.

Antihormonelle Therapie

Rund zwei Drittel der bösartigen Tumore in der Brust steuern ihr Wachstum durch Hormone, besonders durch Östrogen. Wird die Produktion von Östrogen nun gestoppt, dann wachsen die Tumore langsamer oder nicht mehr. Anti-Hormontherapien werden wie folgt gegliedert:

GnRh-Analoga unterdrücken die Produktion von Östrogen in den Eierstöcken durch die Blockade von Botenstoffen im Gehirn. Diese Methode wird vor der Menopause angewendet.

Anti-Östrogene blockieren die Östrogenrezeptoren in den Krebszellen. Die Methode kann vor und nach der Menopause angewendet werden.

Aromatase-Hemmer unterbinden die Östrogenproduktion in den Muskeln und im Fettgewebe. Sie werden nach der Menopause eingesetzt.

Diese Hormontherapien werden adjuvant, das heißt vorbeugend bei frühem Brustkrebs und palliativ bei fortgeschrittenem und metastasiertem Brustkrebs angewendet. Gestagene werden nur palliativ angewendet. Sie vermindern die Bildung von Östrogen und blockieren die Östrogenrezeptoren der Krebszellen.

Eine vorbeugende antihormonelle Therapie dauert fünf Jahre. Bei hohem Rückfallrisiko wird eine weitere Einnahme der Hormone für eine Dauer von 3-5 Jahren empfohlen.

Strahlentherapie

Durch die Strahlentherapie werden eventuell noch vorhandene Krebszellen im Körper zerstört. Nach einer brusterhaltenden Operation wird immer eine Strahlentherapie durchgeführt. Wurde die komplette Brust entfernt, dann muss der Einsatz einer Strahlentherapie abgewogen werden. Eine Strahlentherapie wird auch dann eingesetzt, wenn der Tumor nicht operiert werden kann oder wenn Metastasen in den Lymphknoten gefunden wurden.

Chemotherapie

Durch die Chemotherapie werden die Krebszellen medikamentös zerstört und durch Zytostatika an der Weitervermehrung gehemmt. Chemotherapie wird bei Frauen mit weit fortgeschrittenem Brustkrebs und unheilbaren Tumoren eingesetzt. Das Alter hat keinen Einfluss auf die Chemotherapie. Die Zytostatika werden über eine Infusion in den Körper geleitet. Sie verhindern die Vermehrung von gesunden und kranken Zellen. Eine Chemotherapie hat viele Nebenwirkungen. Dazu zählen der Verlust der Haare, Wimpern und Augenbrauen, Erbrechen, Erschöpfung, Immunschwäche, Blutarmut, Herzmuskelschwäche und viele mehr. Die Nebenwirkungen sind nur vorübergehend. Ist die Chemotherapie beendet, dann normalisieren sich die Körperfunktionen wieder.

Ein neuer Therapieansatz ist die molekularbiologische Therapie. Dabei wird der Krebs zielgerichtet mit HER2 Antikörpern, Tyrosinkinase-Hemmern und Angiogenese-Hemmern mittels VEGF Antikörpern bekämpft.

Aussichten

Wird der Krebs rechtzeitig erkannt, dann sind die meisten Erkrankungen heilbar. Fünf Jahre nach der Diagnose sind 81 Prozent der Frauen noch am Leben. Wird der Tumor zu spät erkannt und hat er schon Metastasen gebildet dann ist die Überlebensdauer abhängig von der Bösartigkeit des Krebses und der Art der Metastasen. Bei fortgeschrittenem Brustkrebs liegt die Lebenserwartung im Durchschnitt bei 2-3,5 Jahren nach den ersten Metastasen. Bis zu 1/3 der Frauen leben noch 5 Jahre. Jede zehnte Betroffene lebt noch mehr als 10 Jahre.