Burnout

Krankheit: Burnout Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Im Laufe der letzten 20 Jahre hat sich ein Krankheitsbild entwickelt, welches unter dem Begriff „Burn-out“ zusammengefasst wird. Anfangs gab es viele widersprüchliche Aussagen, Unverständnis, Mitleid – es wurde immer mehr darüber diskutiert. Ist es nun eine Krankheit oder ein Modeschrei, der vorübergeht? Jedenfalls geht die heute anerkannte Krankheit nicht vorüber, das zeigt die ständige steigende Zahl der Betroffenen. Gegenwärtig sind fast alle Berufsgruppen davon betroffen, selbst im privaten Bereich macht sie sich bemerkbar. Wen es also treffen kann, ist nicht absehbar. Der Student, die Hausfrau, Männer oder Frauen, alt oder jung – jeden traf es schon. Keiner scheint davor gefeit zu sein.

Was ist Burn-out

Fühlt ein Mensch sich völlig verausgabt, erschöpft und ausgelaugt, dann vermindert sich sein Wohlbefinden. Er pflegt seine sozialen Kontakte immer weniger, fühlt sich ständig ausgebrannt und leer. Das wirkt sich letztendlich auch im Arbeitsprozess aus. Seine Arbeits- und Leistungsfähigkeit sinkt auf den Nullpunkt. Das ist das typische Krankheitsbild, welches sich in den unterschiedlichsten Fällen derart ähnelt.

Symptome

  • körperliche Erschöpfung – Gefühle der totalen Verausgabung
  • keine emotionalen Empfindungen
  • Hilflosigkeit
  • negative Einstellungen
  • Unglücklichsein
  • Unzufriedenheit
  • vergebliches Streben nach Idealen
  • fehlende Fähigkeit für Auseinandersetzungen mit Problemen des eigenen Umfeldes
  • keine Freude mehr

Ursachen dieses Syndroms

Durch die verschiedensten Diskussionen in den Medien ist der Begriff selbst sehr populär geworden. Es wird immer nur von „Burn-out“ gesprochen. Doch die Ursachen, die gegenwärtig bekannt und anerkannt sind, lassen sich nicht in einer Einzigen zusammenfassen. Deshalb gibt es auch mehrere Definitionen und noch viel mehr Erklärungsansätze.

Erklärungskonzepte

  • persönlichkeitszentrierte Ursachen

Der genannte Erklärungsansatz befasst sich ausschließlich mit der Person selbst – dem Individuum. Der betroffenen Person ist es nicht mehr möglich, eine Balllance zwischen seinen idealistischen Zielen und der wahren Realität in seinem Leben herzustellen. Sie versucht dies mit einem hohen Engagement zu erreichen, aber sie schafft es nicht mehr. Auffallend ist, dass hier oft der Wunsch nach Anerkennung seit der Kindheit existiert. Die Patienten sind meist hoch motiviert und engagieren sich über alle Maßen in ihrem ausgeübten Beruf. Doch gleichzeitig sind sie zu sehr auf Anerkennung – sei es finanziell oder verbal ausgesprochenes Lob – fixiert. Sie neigen zur Ungeduld, reagieren zunehmend aggressiv und sind übereifrig. Derartige Persönlichkeiten werden unter dem Typ A typisiert. Durch die fehlende Anerkennung, schlimmer noch durch die zunehmende Ablehnung ihres Persönlichkeitstyps kommt es dann schon sehr bald zu ersten Anzeichen des Burn-out-Syndroms. Dieser Prozess läuft in mehreren Phasen ab.

  • Idealistische Begeisterung
  • Stillstand
  • Frustration
  • Apathie
  • Intervention

Wichtigste Erkenntnis in diesem Konzept ist, das die Entwicklung des Krankheitsbildes in einem Prozess abläuft. Erst wenn mehrere Stadien durchlebt werden, kommt es tatsächlich dann zum Burn-out. Die Anzahl der Stufen kann unterschiedlich sein, manchmal wird es auch nicht erkannt, dass es sich um das genannte Syndrom handelt.

  • soziale, arbeits- und organisationspsychologische (strukturbezogene) Aspekte

Bei diesem Erklärungskonzept liegt das Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen, die an die betreffende Person gestellt werden und den erforderlichen oder vorhandenen Bewältigungsmöglichkeiten. Der Stress wird von außen an die Person herangetragen.

Auslöser

  • Anforderungen auf Arbeit
  • soziales Umfeld
  • Führungs- und Kooperationsprobleme
  • widersprüchliche Anweisungen
  • schlechtes Arbeitsklima
  • Zeitdruck
  • mangelnde Entscheidungsfreiheit
  • Mobbing
  • kein Mitspracherecht

Auch in diesem Konzept greift der individuelle Aspekt, um Verhaltensweisen und Muster erklären zu können. Die Bedingungen im Arbeitsumfeld werden von einzelnen Personen sehr unterschiedlich wahrgenommen. Der Umgang mit Stress, schlechten Arbeitsbedingungen, Druck, Lohnunterschieden oder Leistungsdruck ist von Mensch zu Mensch verschieden. Doch Hauptursache der krankheitsauslösenden Faktoren sind die existierende Wechselwirkung zwischen der einzelnen Person und deren Arbeitssituation. Die Situation selbst ist aber vordergründig der Entscheidungsfaktor für den Ausbruch der Krankheit. Sind dann auch noch die zwischenmenschlichen Beziehungen gestört, sind auch dort noch Ursachen zu finden. Dieses Konzept ist ebenfalls gekennzeichnet durch seine Prozesshaftigkeit des Syndroms. Die körpereigenen Ressourcen können nicht mehr gespeichert werden und nehmen über einen längeren Zeitraum rapide ab. Der Prozess kann sich über Jahre hinziehen und dann baut der Patient schrittweise seine Ressourcen ab. Hauptauslöser sind Stress bzw. Stress auslösende Situationen. Stresssituationen entstehen, wenn die betreffende Person, den Anforderungen nicht mehr gewachsen ist.

Dafür gibt es Gründe

  • kein Mittel zum Erreichen der Ziele
  • Gefühl der Machtlosigkeit
  • keine Aufstiegsmöglichkeiten
  • mangelnde Einflussmöglichkeit

Dauert die Situation über einen langen Zeitraum an, ohne dass sich die Stressfaktoren ändern, dann wird für anfällige Personen die Gefahr immer größer, an Burn-out zu erkranken.

Beide Erklärungsansätze ähneln sich, deshalb ist es oft schwer, einen Unterschied zu erkennen. Das Wesentliche besteht aber immer darin, das gesteckte Ziele von den betroffenen Personen nicht erreicht werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Ziele für ihn realistisch oder unrealistisch sind.

Symptome

Generell handelt es sich um einen schleichenden Prozess. Bemerkt wird er dann, wenn bestimmte Symptome auffällig werden. Sie können sowohl körperlicher als auch psychiatrische sein. Es gibt psychische, vegetative und somatische Symptome. Beobachtet wurden Übelkeit, verändertes Essverhalten, Missbrauch von Drogen, Verspannungen, Alkoholmissbrauch oder Depressionen. Burn-out ist keine einmalige Krankheit, sie kann durchaus auch mehrfach auftreten. Die Krankheit ist auch nach so vielen Jahren der Bekanntheit sehr schwer zu diagnostizieren. Die Anzahl der auftretenden Symptome ist hoch und die Art dieser Symptome zu unterschiedlich. Diese werden in Fragebögen aufgenommen, denn es gibt kein direkten Messverfahren.

Vorbeugende Maßnahmen

Um einem Burn-out gefährdeten oder in Vergangenheit erkrankten Patienten vorzubeugen, muss mit Burn-out-Bewältigungsstrategien und Burn-out-Prävention gearbeitet werden. Diese erfolgen einmal persönlichkeitsorientiert bzw. die Bedingungen im Arbeitsumfeld müssen geändert werden. Nur so kann der Teufelskreis unterbrochen werden. In das Leben der Patienten muss Zufriedenheit einkehren. Dafür sind neue Grenzen zu setzen, Betroffene müssen lernen, sich selbst zu respektieren. Zur Arbeit muss immer ein Ausgleich geschaffen werden, d.h. freie Tage sind ein absolutes Muss. Freunde sind wichtig, denn soziale Kontakte dürfen sich nicht nur auf Kollegen beschränken, wenn der Arbeitsalltag abgeschaltet werden soll. Sport und Hobby sind dafür hervorragend geeignet.