Cholera

Krankheit: Cholera Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Cholera handelt es sich um eine gefährliche Durchfallerkrankung, die durch das Vibrio el Tor oder das Vibrio cholerae Bakterium ausgelöst wird. Dabei sorgen diese Bakterien dafür, dass der Körper stark austrocknet, sodass diese Erkrankung sogar lebensbedrohlich verlaufen kann. Die Übertragung der Cholerabakterien erfolgt über das Wasser, welches mit Fäkalien verunreinigt wurde. Ein Zustand, der besonders bei dicht besiedelten Gebieten vorkommen kann, die über eine schlechte Wasserversorgung verfügen, wie beispielsweiße in Zentral- und Nordafrika, Südostasien sowie Südamerika.

Geschichte der Cholera

Schon im 6. Jahrhundert vor Christus wurde die Cholera in Indien beschrieben, wobei das Gangestal damals das Hauptverbreitungsgebiet darstellte. Im 19. Jahrhundert erfolgte dann von Italien aus eine Verbreitung in Europa. Begünstig wurde dies durch die Dampfschifffahrt, sodass sich die Cholera seit dem Jahr 1826 weltweit ausbreiten konnte und schließlich 1831 – 1832 sogar Deutschland erreichte. 1854 gelang es Fillippo Pacini, die hochbeweglichen, gekrümmten und kommaförmigen Stäbchenbakterien erstmals zu beschreiben. Dabei verläuft eine unbehandelte Erkrankung zu 60% tödlich, da diese Bakterien ein Gift produzieren, dass einen sehr hohen Flüssigkeitsverlust zur Folge hat (täglich bis zu 25 Liter).

In der Geschichte lassen sich die Choleraepidemien heute in sieben Cholera-Krankheitswellen einteilen. So begann die aktuelle Seuchenwelle im Jahre 1961 in Südasien, wobei sich die Erkrankung anschließend über Südamerika und Afrika weiter ausbreitete. Dabei sind in erster Linie kranke oder unterernährte Menschen sowie Personen mit einem schwachen Abwehrsystem anfällig für diese Erkrankung. Jedoch sind bisher in Deutschland nur geringe Cholera-Fälle bekannt, die in der Regel durch eine Reise in eins der Risikogebiete eingeschleppt wurden. Doch egal, auf welche Weise eine Erkrankung erfolgt ist, das Infektionsgesetz von Deutschland schreibt vor, dass schon bei dem geringsten Krankheitsverdacht, einer Erkrankung oder gar Tod die betoffene Person namentlich gemeldet werden muss. Schließlich muss der Infizierte nicht unbedingt Krankheitssymptome entwickeln, um gefährliche und ansteckende Bakterien über den Stuhl auszuscheiden.

Ursachen einer Erkrankung

Über verunreinigte Lebensmittel oder Trinkwasser gelangen die Cholerabakterien in den Körper des Menschen. Gleichzeitig, wenn auch selten kann das Vibrio cholerae Bakterium auch bei schlechter Handhygiene von Mensch zu Mensch übertragen werden. Jedoch ist eine Erkrankung nur dann möglich, wenn eine größere Menge dieser Erreger seinen Weg in den Magen-Darm-Trakt findet. Dabei passieren die Cholera-Bakterien den Magen, um sich anschließend im Dünndarm zu vermehren und sich dann an die Dünndarmschleimhautzellen anzuheften. Dort produzieren die Cholerabakterien ein Gift, welches als Choleratoxin bezeichnet wird und einen starken Wasser- und Elektrolytverlust verursacht.

Durch die Magensäure können einige dieser Erreger abgetötet werden. Aus diesem Grund sorgt eine verminderte Magensäureproduktion für ein höheres Ansteckungsrisiko. Doch auch das Immunsystem bietet einen gewissen Schutz gegen die gefährlichen Cholera-Erreger, sodass etwa eine Mangelernährung sowie eine nicht intakte Gesundheit die Ansteckung der Cholera begünstigt. Dabei kann es vorkommen, dass die infizierte Person nicht von ihrer Ansteckung weiß, da keine Krankheitssymptome auftreten. Stattdessen besitzt dieser Mensch eine stille Infektion, scheidet dauerhaft Cholera-Bakterien aus und kann andere Personen indirekt infizieren.

Die Cholera-Erreger sind gegenüber den Umwelteinflüssen ziemlich widerstandsfähig. Dabei bieten gerade Oberflächengewässer, wie stehendes Brackwasser einen perfekten Lebensraum mit Algen, Wasserpflanzen und kleineren Schalentieren. Niedrige Temperaturen können die Vermehrung des Keims verringert. Trotzdem können die Erreger sogar auf eingefrorenen Speisen überleben, während die gängigen Desinfektionsmittel das Vibrio cholerae Bakterium nicht bekämpfen können. Ebenso erfolglos ist die Vernichtung der Bakterien mit einem Chlorzusatz im Wasser, da hierbei der Erreger eine besondere „runzlige Form“ annimmt, die ihn robuster macht und somit schützt.

Die Krankheitssymptome

Zu 80 oder 90% verläuft eine Erkrankung mit Cholera-Bakterien ohne bzw. mit milden Symptomen, wie heftige, plötzliche Bauchkrämpfe und Durchfall. Jedoch besteht in diesen Fällen in der Regel keine Gefahr einer Austrocknung. Stattdessen dauert es in der Regel zwischen 1 und 5 Tagen, bis nach der Aufnahme der Bakterien durch Nahrungsmittel oder Wasser die ersten Beschwerden auftreten. Selbst ohne medikamentöser Therapien haben die meisten Betroffenen nach einigen Tagen die Erkrankung überstanden, wobei die Erreger im Stuhl trotzdem bis zu zwei Wochen nachweisbar sind.

Jedoch kann die Cholera auch ganz anders verlaufen, denn bei einem kompletten Ausbruch der Krankheit entsteht eine lebensbedrohliche Situation. Dabei sorgen starker Durchfall und Erbrechen innerhalb kürzester Zeit für einen schnellen Wasserverlust. Charakteristisch für eine Choleraerkrankung ist hier dünnflüssiger Durchfall mit milchig-weißen Schleimflocken, sodass dieser Stuhl häufig als Reiswasserstuhl beschrieben wird.

Als Folge des schnellen Wasser- und Elektrolytverlusts entsteht innerhalb weniger Zeit eine massive Austrocknung bzw. Dehydration. Dabei sind trockene Schleimhäute, kalte Gliedmaßen sowie ein erniedrigter Blutdruck und eine niedrigere Körpertemperatur die Folge. Während sich das Gesicht des Betroffenen durch eine spitze Nase, sowie eingefallene Augenhöhlen und Wangen auszeichnet. Des Weiteren sorgt der hohe Elektrolytverlust an Kalium und Natrium für eine Übersäuerung des Körpers, der Blutzuckerspiegel sinkt und es entstehen Muskelkrämpfe. Während es gleichzeitig zu Nierenversagen, Schock oder Bewusstseinsstörungen kommen kann.

An einer unbehandelten schweren Cholera führt die Erkrankung bei etwa 50% der Betroffenen zum Tod. Gleichzeitig kommt es gerade bei Kindern zu schweren Komplikationen, sodass hier eine schnelle Behandlung notwendig ist. Nach spätestens 6 Tagen hören die Symptome wieder auf, sodass die Todesrate auf unter 2% sinkt.

Diagnose

Im Erbrochenem, einer Stuhlprobe und im Rektalabstrich lassen sich die Erreger der Cholera nachweißen, wobei ein bakteriologisches Labor in den Industrieländern bei Verdacht über ein spezielles Choleranotfallbesteck verfügt. Somit kann schnell eine Kultur angelegt werden, um bereits nach 6 bis 9 Stunden ein mögliches Wachstum festzustellen. Gleichzeitig sind erfahrene Untersucher in der Lage mithilfe des Mikroskops die kommaförmigen, beweglichen Erreger bereits im Stuhl zu erkennen, die durch fluoreszenzmarkierte Antikörper angefärbt werden können.

Therapie

Bei einer schnellen und richtigen Behandlung haben Menschen bei Cholera heute eine gute Heilungschance. Besonders wichtig ist dabei die schnelle Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr, um so einer Austrocknung entgegen zu wirken. Jedoch muss dieses Wasser zu 100% keimfrei sein, um dem Erkrankten nicht noch zusätzlich Krankheitserreger zuzuführen. Gleichzeitig ist die Gabe von Antibiotika ratsam. Zwar kann dies die Erkrankung weder verkürzen noch abschwächen, jedoch sorgen diese Medikamente für eine Minderung der Ansteckungsgefahr.

Vorbeugung

Wer jedoch gar nicht erst an Cholera erkranken möchte, sollte sich gerade in den Risikogebieten an bestimmte Verhaltensregeln halten sowie die Infektionsquellen meiden. Dazugehören:

  • kein unbehandeltes Wasser trinken bzw. zum Zähneputzen nutzen
  • Gemüse und Obst schälen und kochen
  • Vorsicht bei Muscheln und Meeresfrüchte
  • keine ungekochte Nahrung essen (z.B. Eis, Fleisch, Fisch)
  • kein Baden in den öffentlichen Schwimmbädern, Lagunen und Flüssen
  • Hände waschen
  • Schutzimpfung bei erhöhtem Risiko