Darmkrebs

Krankheit: Darmkrebs Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Darmkrebs zählt zu den Krebsarten, die bereits sehr gut erforscht sind. Darum weiß man, welche Faktoren den Krebs auslösen können und wie er sich behandeln lässt.

Wie entsteht Darmkrebs

In ca. 90% aller bekannten Fälle bildet sich ein kolorektales Karzinom, wie der Darmkrebs medizinisch genannt wird, aus gutartigen Darmpolypen im Dickdarm. Durch eine Wechselwirkung verschiedener Mutationen, die als Adenom-Karzinom-Sequenz bezeichnet wird, verliert der Darmpolyp dabei die Funktion der Wachstumskontrolle und wächst unaufhaltsam weiter. Es kann dabei rund zehn Jahre dauern, bis ein Adenom, also ein Polyp, sich zu einem Karzinom verändert.

Eine weitere häufige Ursache für Darmkrebs ist eine Vorerkrankung an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Wenn beispielsweise eine Colitis ulcerosa den Dickdarm und den Mastdarm befällt und erst spät erkannt wird, erhöht sich das Risiko, dass sich in der Darmschleimhaut Karzinome bilden. Aber auch andere Faktoren wie ein Mangel an Vitamin D, ein erhöhtes Alter oder in wenigen Fällen auch eine erbliche Veranlagung können zu einer Bildung von bösartigen Tumoren führen.

Symptome und Alarmzeichen

Im frühen Stadium wird der Darmkrebs von Patienten meist nicht bemerkt, weil die Tumore oft ohne Vorzeichen im Darm wachsen. Erst in späteren Stadien treten Beschwerden wie Darmkrämpfe, Durchfall oder Verstopfungen, häufige Blähungen, ein starker Gewichtsverlust durch die Tumorbildung und eine Blutarmut auf. Darüber hinaus findet sich oft Blut oder Schleim im Stuhl oder der Stuhl ist sehr dünn.

Verbreitung

In Deutschland zählt Darmkrebs zu der zweithäufigsten Krebsform, in Europa ist es sogar mit 20 bis 40 Erkrankungen von 100.000 Menschen die häufigste Krebssorte. Weltweit geht man davon aus, dass die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr rund eine Million beträgt. Dabei ist der Anteil der erkrankten Menschen in Industrieländern wie den USA, Frankreich oder Deutschland wesentlich höher als beispielsweise in Südamerika oder in Arabien. 90% aller Neuerkrankungen treten bei Patienten auf, die älter als 50 Jahre sind. Aufgrund der schwer diagnostizierbaren Symptome wird der Krebs bei vielen Patienten aber erst erkannt, wenn sie ein Durchschnittsalter von 65 Jahren erreicht haben.

Die Stadien der Krankheit

Beim Darmkrebs wird zwischen vier verschiedenen Stadien abhängig von der Verbreitung der Tumore und Metastasen unterschieden. Im Stadium I, dem frühsten Stadium findet sich nur eine lokale Bildung von Tumoren in der Darmschleimhaut. Sind dagegen schon Metastasen in Nachbarorganen des Darms oder im Bauchfell erkennbar, handelt es sich bereits um das Stadium II. In Stadium III sind auch die Lymphknoten eines Patienten bereits von Metastasen befallen und im letzten Stadium, Stadium IV treten Fernmetastasen häufig in der Leber, der Lunge oder auch den Nebennieren auf. Die Behandlungsmöglichkeiten werden an dem diagnostizierten Stadium der Krebserkrankung festgemacht.

Der operative Eingriff

Je früher Darmkrebs erkannt wird, desto besser lässt er sich behandeln. Im Stadium I, in dem ein Karzinom noch begrenzt gewachsen und keine oder nur wenige Metastasen gebildet hat, können die Geschwüre mitsamt dem befallenen Krebsgewebe oft noch operativ entfernt werden. Die Chancen einer kompletten Heilung sind in diesem Stadium noch sehr gut. Darum raten Ärzte auch dazu, ab dem fünfzigsten Lebensjahr regelmäßig zur Voruntersuchung zu gehen, um eine mögliche Bildung von Tumoren so früh wie möglich erkennen und diese entfernen zu können. Aber auch in späteren Stadien werden Patienten mit einer Darmkrebs-Erkrankung oft operiert, um das bereits befallene Gewebe zu entfernen und die weitere Bildung von Metastasen zu stoppen. Allerdings ist bei einer längeren Krebserkrankung die Aussicht auf eine vollständige Heilung geringer und die Patienten sind auf zusätzliche Therapien angewiesen, um noch ein möglichst normales Leben trotz des Krebs führen zu können. In einigen Fällen im Stadium IV kann ein operativer Eingriff zudem notwendig sein, um infiziertes Krebsgewebe aus Organen wie der Leber und der Lunge zu entfernen, da es andernfalls zu einem Organversagen kommen kann.

Die Chemotherapie

Ebenfalls wichtig und oft verwendet bei einer Darmkrebserkrankung ist eine Chemotherapie, um die Heilungsaussichten für einen Patienten zu vergrößern oder um die Symptome zu lindern. Bei der Therapie, die ambulant durchgeführt werden kann, müssen die Patienten sogenannte Zytostatika einnehmen, welche die Krebszellen entweder lokal oder breit gefächert über den ganzen Körper angreifen und verringern können. Da aber nicht jedes Zytostatikum gegen jede Krebssorte wirkt, können Darmkrebskarzinome mit spezifischen Medikamenten angegangen werden. Ein Präparat, das 5-Flourouracil genannt wird, gehört darum zu der standardmäßigen Chemotherapie, mit dem auch Patienten im Stadium III und IV noch behandelt werden können. Die Zytostatika werden allerdings bei einer Chemotherapie nicht alleine verabreicht, sondern mit Antikörpern kombiniert, um das geschwächte Immunsystem eines Patienten zu unterstützen und eine eventuelle Infektion zu vermeiden.

Behandlung mit Strahlung

Die Radiotherapie ist ein Behandlungsschritt, der nur bei Mastdarmkrebs eingesetzt werden kann. Befindet sich die Erkrankung bereits im Stadium II oder ist weiter fortgeschritten, ist eine Strahlentherapie allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie ein notwendiger Schritt, um das Krebsgewebe zu zerstören. Dabei kann eine sogenannte neoadjuvante Radiotherapie entweder vor einer Operation angewendet werden, um die Tumore zu verkleinern, damit diese sich besser herausoperieren lassen. Eine adjuvante Radiotherapie wird dagegen nach einer Operation eingesetzt und soll das Rückfallrisiko und somit die Heilungsaussichten beim Patienten verringern. Da durch eine Strahlentherapie oft Nebenwirkungen wie beispielsweise anhaltende Übelkeit auftreten, müssen viele Patienten nach der Therapie zusätzliche Medikamente einnehmen, die den Nebenwirkungen entgegenwirken sollen.

Neuere Therapien

Neben der Radio- und der Chemotherapie werden neue Methoden erforscht, um Darmkrebs möglichst schonend und eventuell auch ohne einen operativen Eingriff behandeln zu können. Dazu werden für solche zielgerichteten Therapien verschiedene Kombinationen an Wirkstoffen und ihre Effekte untersucht. Präparate, die Anti-Angiogenese genannt werden, sollen beispielsweise die Blutgefäße in der Darmschleimhaut hemmen und somit die Versorgung sowie die Bildung neuer Tumore verhindern. Andere Präparate sollen dagegen das Wachstum bestehender Tumore unterbinden. Dazu blockieren diese Präparate Rezeptoren im Darm, welche eine Rolle beim Zell-Wachstum spielen. Solche Medikamente werden darum auch Wachstumsblockaden genannt. Beide Therapien sind mit weniger Risiken und Nebenwirkungen für die Patienten verbunden und könnten die herkömmlichen Verfahren ablösen. Dennoch wird auch weiter nach verbesserten Medikamenten geforscht, die bei einer Chemotherapie zum Abtöten der Tumorzellen eingesetzt werden können oder nach einer Radiotherapie die Nebenwirkungen abfangen und damit die Heilungschancen von Darmkrebs unterstützen sollen. Dennoch bleibt der sicherste Weg zur Behandlung eine Vorsorgeuntersuchung ab einem Alter von 50 Jahren.