Grauer Star

Krankheit: Grauer Star Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Der graue Star ist eine Augenkrankheit, bei welcher der Patient langsam eine Trübung der Linsen wahrnimmt, welche zur späteren Erblindung führen kann. Diese Erkrankung tritt meistens nach dem 60. Lebensjahr auf, kann jedoch vor allem in ärmeren Regionen ebenfalls junge Menschen treffen.

Ursachen von Grauer Star

Es werden insgesamt drei verschiedene Faktoren unterschieden, welche zu einem grauen Star führen können. Zunächst wäre da die erbliche Komponente, denn generell tritt grauer Star recht häufig innerhalb von Familien auf, somit kann diese Erkrankung oder zumindest das Risiko, diese zu bekommen, übertragen werden. Es ist wissenschaftlich jedoch noch nicht geklärt, welche Gene genau für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich sind.

Die zweite Gruppierung beschäftigt sich mit den äußeren Faktoren, also konsumierten Artikeln oder Stoffen, mit denen ein Mensch im Laufe seines Lebens in Berührung kommt, welche den grauen Star auslösen können. Die giftigen Inhaltsstoffe von Zigaretten können dazu führen, dass sich im Körper Stoffe ansammeln, welche das Auge und somit die Linse nachhaltig schädigen können. Grauer Star kann auch durch Strahlung ausgelöst werden, die zum einen radioaktiver Natur sein kann, jedoch auch UV-Strahlung führt zu Veränderungen am Auge. Es gibt ebenfalls Medikamente, die bei dauerhafter Einnahme, Erkrankungen innerhalb des Auges auslösen können. Verletzungen und andere Augenerkrankungen können zu einem grünen Star führen, der ebenfalls anschließend zu einem grauen Star werden kann. Es ist ebenfalls nachgewiesen, dass Patienten mit einer Zuckerkrankheit, wie Diabetes Typ 1 oder 2, auch häufig an einem grauen Star erkranken können. Die Erkrankung kommt relativ häufig in industriell schlechter gestellten Ländern vor, weshalb Experten auch davon ausgesehen, dass ein Mangel an Nährstoffen durch unzureichende Nahrung, Veränderungen im Auge auslösen kann.

Die letzte Gruppierung stellt generell Menschen mit angeborenen Erkrankungen dar. Schon ein Neugeborenes kann in seltenen Fällen mit einem grauen Star zur Welt kommen. Es ist ebenfalls bestätigt, dass Kinder mit chronischen Hauterkrankungen unter einer Trübung der Linsen leiden, die in einigen Fällen zum grauen Star führen können.

Symptome

Das Hauptsymptom beim grauen Star ist die trübe Sichtweise, die bei Patienten eintritt. Sie können Farbe nicht mehr in ihrer vollen Leuchtkraft erkennen und sehen alles durch eine Art Schleier. Die detailreiche Sicht ist somit nicht mehr gegeben. Es kann in einigen Verläufen auch zur Verdopplung der gesehenen Bilder kommen. Lichtstrahlen werden von der trüben Linse diffus gebrochen, weshalb es zur Überempfindlichkeit gegenüber Licht kommen kann. Die Sehstärke verändert sich ebenfalls, somit können die Betroffenen entweder recht schlechte nahe oder weit schauen. Sollte es zu einem Totalstar gekommen sein, so kann der Patient nichts mehr erkennen und ist vollständig erblindet. Dieser Totalstar lässt sich häufig an einer sehr dunkel getrübten Augenlinse erkennen.

Erkennung

Es ist generell besser, wenn der graue Star im Frühstadium erkannt wird, denn somit lässt sich das Problem schneller beheben und der Patient erlangt auf sicherem Wege seine Sehkraft wieder. Es wird empfohlen, ab dem 40. Lebensjahr jedes Jahr zu einer Augenuntersuchung zu gehen, damit der grüne Star ausgeschlossen werden kann. Der behandelnde Arzt wird dabei das komplette Auge untersuchen. Er verwendet hierfür eine Spaltlampe, mit welcher er das komplette Auge erfassen kann. Anschließend wird ein Sehtest durchgeführt um zu prüfen, ob die Sehstärke in letzter Zeit rapide heruntergegangen ist. Sollte der Arzt tatsächlich eine getrübte Linse erkennen, so kann er die Netzhaut und die eigentliche Linse noch einmal gründlich untersuchen. Es ist ebenfalls hilfreich, wenn der Patient eventuell Fälle von grauem Star in seiner Familie benennen kann und gegebenenfalls angibt, ob er einigen Mitteln aus den Risikogruppen ausgesetzt ist, also zum Beispiel ein starker Raucher ist oder unter einer Diabetes Typ 1 oder 2 leidet.

Behandlungsmöglichkeiten

Dank der modernen Medizin ist es möglich, einen grauen Star wieder zu heilen beziehungsweise die Schäden, die entstanden sind, fast wieder komplett zu regenerieren. Da sich bei dieser Erkrankung die Linse trübt färbt, muss diese zunächst ausgetauscht werden. Dies kann ambulant geschehen durch eine Kunstlinse aus Acryl oder Silikon. Es muss nicht sofort operiert werden, denn generell weiß der Patient selber am besten, wann seine Sicht soweit eingetrübt ist, dass er, zum Beispiel für seinen Beruf, wieder detailreicher schauen können möchte. Eine schwache Trübung ist zunächst jedoch noch kein Grund, um sich operieren zu lassen, da diese sich, je nach Tagesform, noch einmal verbessern kann. Obwohl die Operation recht schnell beendet ist, ist es häufig ratsam, einen Begleiter mitzubringen, da es nach der Operation noch zu Sehschwierigkeiten kommen kann. Gerade ältere Patienten sollten, wenn möglich, nach Hause gebracht werden. Die Eingriffe verlaufen fast ausschließlich ohne Komplikationen, da das Einsetzen einer neuen Linse zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in Deutschland zählt. Sie kann auch noch im hohen Alter vollzogen werden.

Operation

Die Operation beginnt mit der Wahl des Auges, welches als erstes behandelt werden soll. Der Arzt richtet sich hierbei nach den Wünschen des Patienten, sodass genau das Auge behandelt wird, welches mehr Probleme bereitet. Sollte der Eingriff geglückt sein, so kann einige Wochen später noch das zweite Auge behandelt werden. Zu Beginn der Operation wird das Auge mit Hilfe von kleinen Tropfen betäubt. Anschließend kann der Arzt einen etwa 2-3 mm tiefen Schnitt ansetzen auf dem Auge. Positiv ist hierbei hervorzuheben, dass das Auge, dank des sehr dünnen Schnittes, nicht genäht werden muss und somit die komplette Operation recht schmerzarm ist. Nun wird die Rinde der Linse verflüssigt und danach vom Arzt abgesaugt. Die neue Kunstlinse wird zusammengerollt in den Schlitz eingefügt, wo sie sich aufrollt und anschließend automatisch anpasst. Nachdem die Operation abgeschlossen ist, erhält der Patient einen Verband, mit welchem das Auge geschützt werden soll. Diesen kann er nach einigen Tagen abnehmen und anschließend die Augen jeden Tag mit speziellen Tropfen behandeln, welche den Heilungsprozess beschleunigen sollen und verhindern, dass es zu Komplikationen kommen könnte. In dieser Zeit sollte zu starke Sonneneinstrahlung vermieden werden. Es kann jedoch trotzdem zu Komplikationen nach der Operation kommen. Dazu zählt der Nachstar, welcher verhindert, dass der Patient auf keine Brille mehr angewiesen ist. Er leidet nach erfolgreichen Einsätzen somit trotzdem an einer leichten Seeschwäche. Insgesamt ist es nicht nötig, die Linsen irgendwann auszutauschen, da sie für immer halten.