Gürtelrose

Krankheit: Gürtelrose Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Hautkrankheit Herpes Zoster ist bei der Bevölkerung unter den Begriff „Gürtelrose“ bekannt. Die Krankheit wird durch Viren ausgelöst und kann auch auf einen anderen Menschen übertragen werden. Auf der Haut bilden sich kleine Blasen, wie auf einer breiten Linie, welche nur auf einer Seite des Körpers zu finden sind. Kommt eine andere Person mit der Wunde in Berührung, so können die Viren übertragen werden. Die Krankheitserreger können nicht durch die Luft fliegen, wie es bei Erkältungskrankheiten der Fall ist. Die Ansteckungsgefahr bleibt so lange bestehen, bis die Bläschen verkrustet sind.

Erkrankung an Windpocken

Die Gürtelrose können nur Personen bekommen, welche in ihrer Kindheit einmal an Windpocken erkrankt waren und zählt deshalb zur Zweitinfektion. Auslöser für diese Erkrankung ist das Varizella-Zoster-Virus, welches auch für den Ausbruch der Gürtelrose verantwortlich ist. In den meisten Fällen erkranken Kinder an den Windpocken, wobei die Bläschen am gesamten Körper auftreten können. Andere Kinder sollten den Erkrankten nicht zu nahe kommen, denn es besteht eine große Gefahr der Ansteckung. Wer diese Krankheit überstanden hat, verfügt über eine lebenslange Immunität. In einigen Fällen können die Windpocken auch zu Komplikationen führen und deshalb müssen in Deutschland 2,5 bis 7 Patienten von 100.000 Einwohnern in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Hier werden die Erkrankten isoliert untergebracht, um eine Ausbreitung der Viren zu verhindern.

Seit dem Jahr 2013 sind die Windpocken sogar meldepflichtig. Bei einigen Kindern kann der Verlauf so schwach sein, dass niemand die Erkrankung mitbekommt. Die kleinen Bläschen werden mit einigen Mückenstichen verwechselt. Da die Eltern keine weiteren Beschwerden feststellen, ist das Problem vom Tisch. Als Vorbeugung gibt es eine entsprechende Impfung. Aufgrund der Ablehnung vieler Eltern ihre Kinder impfen zu lassen, ist diese Krankheit wieder auf dem Vormarsch. Viele Eltern berufen sich auf die Nebenwirkungen, welche nach einer Impfung auftreten könnten. Dabei werden die möglichen Gefahren und der hohe Nutzen der Impfung übersehen.

Varizella-Zoster-Virus

Nach dem Abklingen der Windpocken schlummert der Varizella-Zoster-Virus im Körper und meldet sich jenseits der 40 Jahre mit der Gürtelrose wieder. Allerdings muss die Gürtelrose nicht zwangsläufig ausbrechen. Die Viren haben sich in dieser Zeit in der Nähe des Rückenmarks in den Nervenknoten eingenistet. Ähnlich wie bei den Windpocken kommt es zu Hautausschlägen, welche in den meisten Fällen allerdings lokal begrenzt sind und nur auf einer Seite des Körpers auftreten. Wegen der gürtelartigen Ausbreitung hat diese Krankheit im Volksmund ihren Namen bekommen. Deutliche Anzeichen sind eine geschwollene Haut und mehrere Bläschen, welche infektiös sind.

Die Patienten fühlen sich müde und abgeschlagen, wobei in einigen Fällen es auch zum Fieber kommt. 2 bis 3 Tage müssen die Erkrankten auch unter erheblichen Schmerzen leiden, welche danach langsam abklingen. Heute können die Wissenschaftler noch nicht sagen, was die auslösenden Faktoren für eine Reaktivierung sind. Allerdings gibt es auf diesem Gebiet einige Vermutungen. So sind Patienten mit einem geschwächten Immunsystem anfälliger, diese Krankheit zu bekommen. Beispielsweise Patienten, welche das HIV-Virus in sich tragen, sind gefährdet. Auch Stress und Hektik können die Ursachen für den Ausbruch der Gürtelrose sein.

Schwangerschaft

Tritt die Gürtelrose innerhalb einer Schwangerschaft auf, ist der Verlauf ähnlich gelagert wie bei anderen Patienten. Viele werdende Mütter bekommen einen Schreck, da sie ein gesundheitliches Risiko für das ungeborene Kind befürchten. Im Gegensatz zu Windpocken muss man bei der Gürtelrose keine Befürchtungen haben. Da diese Erkrankung eine Zweitinfektion ist, haben sich im Körper Abwehrstoffe gebildet, welche jetzt auch das ungeborene Kind schützen. Wird eine Schwangere allerdings zum ersten Mal von Varicella-Zoster-Viren befallen, so sieht die Situation anders aus. Die Plazenta enthält noch keine Abwehrstoffe und die Viren können bis an den Föten gelangen. Die Folgen können schwere Missbildungen oder eine geistige Erkrankung sein. Mit einer Impfung in der Kindheit oder den Jugendjahren stände diese Gefahr gar nicht im Raum.

Nicht immer ist der Verlauf der Gürtelrose so eindeutig und der Arzt kann diese Krankheit nicht genau diagnostizieren kann. In diesem Fall wird über das Blutbild im Labor der Erreger nachgewiesen. Doch in den meisten Fällen sind die Anzeichen so deutlich zu sehen, dass sogar ein Laie diese Krankheit erkennt.

Sehr häufig verläuft die Erkrankung sehr harmlos und ohne einer weiteren Behandlung bilden sich die Blasen nach drei bis vier Wochen wieder zurück. In einigen Fällen leiden die Patienten unter starken Schmerzen und der Arzt verordnet ein wirksames Schmerzmittel. Nach dem Abklingen der Krankheit bleiben an den betroffenen Arealen kleine pigmentierte Stellen zurück.

Behandlung einer Gürtelrose

Das Ziel einer Behandlung ist, die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Wird eine Gürtelrose von einem Arzt rechtzeitig festgestellt, da ist es sehr häufig möglich, die Beschwerden schon nach wenigen Stunden zu lindern. Hierbei kommen die sogenannten Nukleosidanaloga zur Anwendung, welche gezielt gegen bestimmte Virenarten eingesetzt werden. Auch die Patienten selbst können gegen diese Krankheit etwas tun. In erster Linie ist dem Körper ausreichende Ruhe zu gönnen. Die Wunden werden gewissenhaft mit Puder oder Salben versorgt, welche der behandelnde Hautarzt verordnet hat. Durch diese Maßnahmen werden die Beschwerden gelindert, welche bei dem Krankheitsverlauf auftreten.

Es gibt einen Impfstoff

Der Erkrankung kann auch vorgebeugt werden. Seit kurzer Zeit gibt es auf dem Markt einen Impfstoff. Die Dosierung ist höher konzentriert, als es bei den Windpocken der Fall ist. Die Menschen sollten sich ab dem 60. Lebensjahr impfen lassen. Bei 50 Prozent der geimpften Personen tritt die Gürtelrose nicht auf und bei der anderen Hälfte sind die Symptome nicht so schwerwiegend. Besonders im höheren Lebensalter ist so eine Impfung wichtig, da durch ein geschwächtes Immunsystem die Krankheit erheblich schwerwiegender verlaufen kann.

Die beste Möglichkeit ist allerdings, wenn sich die Menschen in jungen Jahren gegen die Windpocken impfen lassen. Dadurch ist den Viren der Weg versperrt, dass sie im fortgeschrittenen Alter in der Form einer Gürtelrose in Erscheinung treten. Wer auf die vorbeugenden kostenlosen Impfungen verzichtet, muss in seinem Leben damit rechnen, auch an anderen gefährlichen Infektionskrankheiten zu erkranken. In einigen Fällen hat diese Nachlässigkeit einigen Leuten sogar das Leben gekostet.

Einige Tierfreunde fragen sich, ob die Gürtelrose auch auf Hunde oder Katzen übertragen werden kann, da es sich hier um einen Virus handelt? Bis jetzt sind derartige Übertragungen noch nicht bekannt, doch ausschließen wollen es die Mediziner nicht. Viele Viren sind schon mutiert und haben sich zu gefährlichen Krankheitserregern für Mensch und Tier entwickelt.