Heiserkeit

Symptom: Heiserkeit Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Eine Heiserkeit hat sicher jeder Mensch schon erlebt. Die Ursachen sind vielfältig und können organisch oder nicht organisch sein. Der Fachausdruck für die Heiserkeit ist die Dysphonie und geht mit einer rauen, belegten und unreinen Stimme einher.

Wann entsteht eine Heiserkeit

Die Stimmbänder, die jedem von uns eine andere Stimme verleihen, liegen im Kehlkopf. Er dient beim Schwingen der Stimmbänder als Klangkörper. Beim Einatmen sind die Stimmbänder immer geöffnet. Beim Sprechen wird Luft für die Stimmbildung durch die gespannten Stimmlippen gedrückt und bringen sie in Schwingung. Der Spannungszustand reguliert auch die Tonhöhe beim Sprechen. Können die Stimmbänder nicht mehr richtig schwingen, zum Beispiel aufgrund von Entzündungen, entsteht das Klangbild einer Heiserkeit.

Welche Ursachen können eine Heiserkeit auslösen

Die Ursachen für eine gestörte Schwingfähigkeit der Stimmbänder können viele Gründe haben. Wenn es keine organischen Gründe gibt, kann eine einfache Überlastung vorliegen. Diese kann durch langes und lautes Singen auf einem Konzert entstehen. Auch einige Berufsgruppen, die ständig laut sprechen müssen, sind betroffen. Dazu zählen Lehrer, Köche oder Bauarbeiter. Die Dauerbeanspruchung und die große Kraftwirkung auf die Stimmbänder reizen und röten sie. Durch falsche und angestrengte Atmung ist die gesamte Stimmbildung überreizt.

Konsumierte Gifte als Ursache

Jahrelange Tabakkonsumenten haben oft eine typisch verrauchte Stimme. Die Gifte des Rauchs reizen die Stimmbänder und schädigen sie nachhaltig. Morgendliche Hustenanfälle können neben der Heiserkeit auf die Not der Stimmlippen hindeuten. Der Alkohol ist nicht weniger als Gift einzustufen wie das Rauchen. Der häufige Konsum kann die Zellen im Kehlkopf so weit verändern, dass Krebs entstehen kann. Es gibt außer den Genussmitteln auch noch weitere Giftgase, die den Kehlkopf irritieren. Dies kann in der Lackindustrie oder bei Feinstaubbelastungen der Fall sein. Der Kehlkopf reagiert mit stärkeren Reizungen, die wieder das Klangbild der Stimme verändern. An dieser Stelle ist das Tragen von Atemschutz wichtig.

Hormonelle Veränderungen im Körper

Heiserkeit tritt außerdem in der Pubertät von männlichen Jugendlichen auf. Die hormonelle Umstellung der Stimmhöhe lässt sie immer wieder zwischen hohen und tiefen Tönen variieren. Der Kehlkopf wächst und bildet sich in dieser Zeit aus. Die Stimmfacetten sind entsprechend vielfältig und können nur schwer kontrolliert werden. Es gibt jedoch auch eine hormonelle Stimmveränderung bei Frauen. Schwangerschaften und der normale Menstruationszyklus lassen die Stimme kaum merklich heiser klingen. Eine dauerhafte Veränderung findet sich in den Wechseljahren. Hier nimmt der Anteil an männlichen Hormonen zu und die Stimme klingt etwas kratziger und tiefer.

Wenn einem vor Schreck die Stimme wegbleibt

Psychische Belastungen tragen ebenfalls zu Stimmbildungsstörungen bei. Angst und Depression schlagen schnell in zittrige und heisere Töne um. Eine Stabilisierung der Psyche durch eine Therapie kann die Stimme kurieren. Jedoch tritt bei fast allen Menschen in psychisch bedrückenden Situationen ein „Kloß“ im Hals oder ein gefühltes Wegbleiben der Stimme auf. Dies kann zum Beispiel nach einem Unfall auftreten. Bei psychisch bedingten Essstörungen, wie zum Beispiel Bulimie, kommt es durch das ständige Erbrechen und die Säurebelastung des Kehlkopfes zu dauernder Heiserkeit. Hier muss auch bedacht werden, dass nachhaltige Schäden an den Zellen auftreten können, die zu Karzinomen führen.

Magenerkrankungen als Ursache für Heiserkeit

Ebenfalls säurebedingt ist die Heiserkeit bei einem Reflux. Sie kann auftreten, wenn die Magensäure durch den Mageneingang zurück in die Speiseröhre fließt. Die Symptome sind anfangs meist Sodbrennen und nach häufiger Reizung schließlich Heiserkeit. Eine weitere nachhaltige Veränderung der Stimme eines jeden Menschen ist das Alter. Die Elastizität der Stimmlippen lässt nach und die Zellen und Nerven verändern sich. Alterserkrankungen wie Bluthochdruck, Rheuma oder Diabetes Typ 2 können die Veränderung beschleunigen.

Viren und Infekte

Grundsätzlich sind alle Virusinfekte, die häufig in Form von Erkältungen auftreten, eine Hauptursache für Heiserkeit. Eine weitere Erkrankung, die während oder nach Infekten auftritt, ist die direkte Entzündung des Kehlkopfes. Sie kann akut oder chronisch auftreten und beeinflusst natürlich die Stimme. Die Symptome sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Schmerzen beim Sprechen. Die Symptome lassen mit dem Ausheilen des Infektes nach. Bei der chronischen Kehlkopfentzündung kann eine Atemwegserkrankung, wie Bronchitis aber auch das Rauchen die Ursache sein. Berufliche Risikogruppen, die häufig schädlichen Dämpfen ausgesetzt sind, bilden eine weitere Risikogruppe für chronische Stimmerkrankungen des Kehlkopfes. Kleine Kinder können an Pseudokrupp erkranken. Der Auslöser sind ebenfalls Viren, die den Kehlkopf bis zur Atemnot reizen! Bei dieser Erkrankung sollten die Eltern immer Kortisonzäpfchen gegen akute Luftnot greifbar haben.

Manuelle Ursachen durch Verletzungen

Eine Heiserkeit tritt natürlich auch bei direkten Beeinträchtigungen der Stimmbänder auf. Bei Lähmungen oder Nervenschäden kann die Stimmbildung nicht einwandfrei funktionieren. Dies kann auch nach einer Intubation, also künstlicher Beatmung, der Fall sein. Dabei wird ein Schlauch zwischen die Stimmritzen in die Luftröhre eingeführt, um die Sauerstoffversorgung zu sichern. Lange Beatmungszeiten, zum Beispiel während eines Komas, oder Intubationsprobleme lösen eine Verletzung an der empfindlichen Schleimhaut aus.

Krebs und neurologische Ursachen

Knötchen und bösartige Tumore gehen am Kehlkopf nahezu immer mit Heiserkeit und Reizungen hervor. Auch die Therapie dieser Erkrankungen reizt den Kehlkopf. Bestrahlungen und Chemotherapie sind neben Operationen notwendig. Neurologische Erkrankungen können auch eine Veränderung des Stimmbildes erzeugen. Die Steuerung der Nervenzellen ist beeinträchtig und kann auch bei Hirntumoren die Stimme beeinflussen und Heiserkeit auslösen.

Die Diagnose bei Heiserkeit

Die erste Anlaufstelle für Beschwerden mit Heiserkeit ist der Hausarzt. Er kann feststellen, ob es sich um einen Infekt oder andere Ursachen handelt. Bei speziellen Erkrankungen ist ein Facharzt für die Stimmbildung empfehlenswert. Er verfügt über spezielle technische Verfahren, um den Zustand der Stimmbänder beurteilen zu können. Der Facharzt kann die Stimmbänder und den Kehlkopf mit einem Endoskop und einer kleinen Kamera untersuchen. Auch Computertomografien sind sinnvoll, um bei Verdachtsdiagnosen nichts zu übersehen. Die Diagnose ist wichtig um die optimale Therapie zu finden.

Die Therapie bei Heiserkeit

Die Therapie ist stark von der Diagnose abhängig. Die Ursachen sind derart vielfältig, dass das Therapiespektrum von Schonung bis zur Chemotherapie gehen kann. Bei einem einfachen Infekt reicht ein heißer Tee und etwas Ruhe, während bei schwereren Erkrankungen eine dauerhafte Behandlung notwendig werden kann. Medikamente und eine begleitende Logopädie kann das Sprechvermögen deutlich verbessern. In vielen Fällen ist eine Änderung des Lebensstils sinnvoll. Zum Beispiel bei Alkoholkonsum und beim Rauchen! Es sollte bei selbst zugeführten Giften in jedem Fall ein Umdenken erfolgen und ein Entzug angestrebt werden!