Karies

Krankheit: Karies Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Karies ist eine Zahnkrankheit, die ansteckend ist und vom Zahnarzt behandelt werden muss. Sie wird auch Zahnfäule genannt und ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Wenn ganz bestimmte Stoffwechselprodukte von verschiedenen Bakterien den Zahnschmelz angreifen und somit den Zahn schädigen, entsteht Karies. Das passiert u.a., wenn zuviel Zahnbelag entsteht und dieser nicht regelmäßig entfernt wird. Der Zahnbelag besteht aus Nahrungsresten sowie Bakterien im Speichel. Diese Bakterien bilden einen Film auf dem Zahn, der Plaque genannt wird. Dieser Plaque ist ein guter Nährboden für Kohlenhydrate, die in Säure umgewandelt werden. Diese Säure wiederum zerstört dann den Zahnschmelz und im Laufe der Zeit auch das Zahnbein.

Symptome

Karies wird zunächst als weißlich- bräunliche Flecken auf den Zähnen erkannt, im fortgeschrittenen Stadium treten Zahnschmerzen auf.

Diagnose

Wenn der Zahnarzt einen Verdacht auf Karies hat, dann wird er ein Röntgenbild vom Gebiss anordnen, dort ist deutlich zu erkennen, wie weit der Karies schon fortgeschritten ist. So wird auch erkannt, ob unter Kronen oder Füllungen auch Karies vorhanden ist.

Wieso bekommt man Karies

Karies ist eine Zahnkrankheit, die nicht vererbbar ist, aber doch oft in einigen Familien verhäuft vorkommt. Dies kann am ähnlichen Putzverhalten oder falscher Aufklärung liegen. Die Ernährung spielt ebenfalls eine große Rolle beim Karies, denn zuckerhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel fördern die Entstehung von Karies. Allerdings ist in der Bundesrepublik die Zahl der Karieskranken Menschen gesunken. Dies liegt einerseits an der guten Beratung in Zahnarztpraxen und zum anderen an der veränderten Lebensweise der Menschen. Die meisten Menschen leben gesundheitsbewusst und achten auf die Körperpflege.

Wer wenig Speichel hat, dessen Chance, an Karies zu erkranken, ist erhöht, denn Speichel greift die Bakterien und spült sie wieder gründlich weg. Selbst kleine Kinder können schon an der Zahnkrankheit leiden. Leider nehmen noch viel zu viele Eltern den Nuckel in den Mund oder spielen den Vorkoster beim Brei oder sonstigem Essen. Das ist ein großer Bakterienherd, der sich vom Mund der Eltern auf das Essen der Kinder und somit in deren Mund überträgt. Zu langes und häufiges Trinken aus der Nuckelflasche ist ebenfalls nicht gut für die Zähne. Die Nuckelflasche sollte zügig gegeben werden und nur zum Durst löschen. Je weniger ein Kind aus der Flasche trinkt, desto geringer wird die Chance, dass Karies entstehen kann. Generell sollten nur ungesüßte Tees dem Kind gegeben werden. Eltern sollten ihren Kindern schon nach einem halben Jahr die Trinktasse und dann möglichst schnell den Becher anbieten.

Behandlung kariöser Zähne

Grundsätzlich sollten so wenig Schmerzmittel wie möglich genommen werden. Der Körper gewöhnt sich an die Medikamente und entwickelt ein Schmerzgedächtnis, das zur Folge haben kann, dass Gewohnheitsschmerzen entstehen, gegen die kein Medikament mehr hilft. Außerdem verhindern die Tabletten kein Karies, sie nehmen nur für gewisse Zeit den Schmerz. Bei rechtzeitigem Bemerken des Karies kann der Zahnarzt den Plaque entfernen und durch die Gabe von Flour den Zahn auf schonende Weise retten. Ist der Zahn aber schon beschädigt, muss die Stelle aufgebohrt, das Karies entfernt und der Zahn mit einer Füllung versehen werden. Bei einer schon weiter fortgeschrittenen, aber noch nicht zerstörenden Karies, kann der Zahnarzt die Infiltration anwenden. Sie wird mit dem Material Kunststoff vorgenommen, bei der der Zahnarzt nicht bohren oder füllen muss. Allerdings müssen Patienten diesen Eingriff noch selber bezahlen, die Krankenkasse haben hierfür keine Zustimmung gegeben.

Füllungen

Amalgam wird immer rückläufiger. Zwar scheiden sich die Geister an den vielen angeblichen Nebenwirkungen des Füllstoffes, wie z.B. Kopfschmerzen oder gar Vergiftungen, aber der Patient möchte zunehmend, dass die Füllung nicht zu sehen ist. Ästhetische Hintergründe rücken in den Vordergrund, da ist es auch egal, dass Amalgam nichts kostet, sondern vollständig von der Krankenkasse übernommen wird. Mit den modernen Kunststofffüllungen sind reparierte Zähne von echten Zähnen kaum bis gar nicht zu erkennen, allerdings kommt es hier auf die Preise und die Varianten an. Die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit in Heidelberg ist sich einig, denn die ihr angehörigen Ärzte sagen, dass die Füllung am besten ist, die die Zahnsubstanz am wenigstens schädigt. Dafür eignet sich Kunststoff am besten.

Der Zahnarzt entfernt das Karies, füllt den Kunststoff hinein, meist schichtweise, und verhärtet das Material dann mit Blaulicht. Durch diese Technik wird das Schrumpfen des Materials verhindert und es entstehen keine Spalten zwischen den Zähnen, in denen sich erneut Bakterien ansiedeln können. Kunststoff ist sehr verträglich, nur in vereinzelten Fällen kommt es zu leichten Reizungen der Mundschleimhaut. Komposite eigenen sich am besten für die Vorderzähne und mittelgroße Löcher an den Backenzähnen. Für große Löcher, insbesondere an den Backenzähnen, sind Inlays am effektivsten. Sie haben die Farbe der Zähne und halten meist lebenslang, allerdings betragen die Kosten hier bis zu mehrere hundert Euro pro Zahn. Bei Inlays ist es ratsam, stets eine zweite Meinung von einem anderen Zahnarzt einzuholen.

Die Bearbeitung der Zähne mit Inlays ist allerdings aufwendig. Die Zahnsubstanz muss großflächig weggebohrt werden und danach muss ein Abdruck gemacht werden. Aus diesem Abdruck fertigt ein Zahntechniker das oder die Inlay/s. Bis zur Fertigstellung des Inlays bekommt der Patient ein Provisorium. Für Allergiker sind Inlays aus Gold gut, sie sind allergiefrei und halten bei guter Pflege mehr als 15 Jahre. Der Aufwand und die Kostenfrage liegen hier auf gleicher Höhe wie herkömmliche Inlays. Manchmal ist der Zahn so zerstört, dass er vollständig entfernt werden und überkront oder überbrückt werden muss. Hier lohnt es sich ebenfalls, eine zweite Meinung einzuholen, da Brücken und Kronen sehr kostspielig sind.

Richtiges Vorbeugen

Karies kann effektiv vorgebeugt werden, wenn die Maßnahmen regelmäßig angewendet werden und der Zahnarztbesuch mindestens zweimal jährlich stattfindet. Ein paar Tipps wirken vorbeugend:

  • Zucker- und säurehaltige Getränke meiden, auf Tees umsteigen
  • Viel trinken- das ist gut für die Speichelbildung
  • Zweimal täglich Zähne putzen- am besten ist dreimal und nach jedem Essen
  • Zahnseide benutzen und Zahnbürsten mit Zungenreiniger
  • Die Zähne regelmäßig mit Flour behandeln, dies können Gels oder Zahnpasten sein
  • Kinder sollten vom Kinderarzt Flourtabletten verschrieben bekommen
  • Zahnpflegekaugummis für zwischendurch- sie regen den Speichelfluss an, und hemmen Bakterien, die für Karies verantwortlich sind.
  • Auch Honig ist kein Zuckerersatz, denn er ist genauso schädlich wie herkömmlicher Zucker. Daher sollten Kinder abends keinen Honig essen. Dieser setzt sich in den Zähen fest und das abendliche Zähneputzen hat keinen Nutzen mehr.