Multiple Sklerose

Krankheit: Multiple Sklerose Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Von dieser Krankheit sind häufig junge Erwachsene betroffen. Multiple Sklerose ist auch unter die Abkürzung „MS“ bekannt. Sie zählt zu einer der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch wird durch die Gabe von Medikamenten die Krankheit positiv beeinflusst. Die chronische-entzündliche Erkrankung des Nervensystems kann das Gehirn, das Rückenmark oder den Sehnerv befallen. Schätzungen ergeben dass zirka 122.000 Menschen in Deutschland von dieser Krankheit betroffen sind. Frauen erkranken doppelt so oft als Männer an Multiple Sklerose. Auf der ganzen Welt leben über 2,5 Millionen Menschen mit dieser Krankheit.

Die Ursachen der Krankheit Multiple Sklerose

Experten vermuten, dass eine Autoimmunrekation für das Auslösen dieser Krankheit verantwortlich ist. Die Entzündungs- sowie auch die Abwehrzellen greifen eigene Strukturen an. Dadurch wird der Abbau von Fasern der Nerven vorangetrieben. Dies führt zu einer enormen Beschädigung der Nerven und wirkt sich somit negativ auf unser zentrales Nervensystem aus. Durch die Beschädigung der Schutzhüllen, die die Nervenfortsätze umgeben, ist eine Weiterleitung der Impulse in der angemessenen Geschwindigkeit nicht mehr gewährleistet. Auch wird davon ausgegangen, dass Menschen die in kühleren Ländern wie Neuseeland, Mittel- und Nordeuropa leben, häufiger an MS erkranken. Forscher nehmen an, dass Menschen, die im Kindesalter von den häufiger betroffenen Ländern in ein MS-armes Land gezogen sind, die Risikogruppe ihres Herkunftslandes nicht übernehmen.

Siedelt jedoch ein Erwachsener Mensch in ein MS-armes Land über, so behält er das hohe Risiko seines Herkunftslandes. Dadurch stellt sich die Frage, wie ist das möglich? Im Kindesalter entstehen die ersten Kontakte mit Krankheitserregern. Experten vermuten, dass verschiedene Infektionen wie, Masern oder das Herpes-Virus die Krankheit innerhalb der ersten Lebensjahre begünstigt. Hormonelle Faktoren oder ein zu niedriger Vitamin D-Spiegel können ebenso eine Ursache darstellen. Diese sind jedoch von Wissenschaftlern noch nicht eindeutig bestätigt. Auch wird in Betracht gezogen, dass Kinder die in einer Großfamilie aufwachsen und sich somit bereits in frühen Jahren mit vielen Krankheitserregern auseinandersetzten mussten, weniger an MS erkranken.

Die Symptome von MS

Die Symptome dieser Krankheit sind von Mensch zu Mensch unterschiedlicher denn je. Der Krankheitsverlauf sowie die Krankengeschichte sind meist bei jedem Patienten unterschiedlich, da es zahlreiche neurologische Symptome auslösen kann. Bei fast der Hälfte aller Betroffen, sind Empfindungsstörrungen in dem Armen und Beinen, dass erste Anzeichen dieser Krankheit. Junge Menschen klagen oftmals über Sehstörungen. Die Sicht ist häufig milchig. Kraftlos, Lähmungen oder die Versteifung von Muskeln ist ein weiteres Anzeichen von MS.

Störungen des Gleichgewichtsinns und der Koordination sind weitere Symptome. Eine Harninkontinenz und eine undeutliche Sprache können ebenso in Betracht gezogen werden, allerdings treten diese Symptome seltener auf. Bis zu 90 Prozent leiden im weiteren Krankheitsverlauf an einer Gangstörung, welche unterschiedlich schwer sein kann. Auch zu Gefühlsstörungen in den Beinen, Unsicherheit bei der Fortbewegung oder zu einer Kraftlosigkeit kann es im fortgeschrittenen Stadium kommen. MS-Patienten klagen über sexuelle Störungen, Verstopfung, häufige Seh- und Sprechstörungen und dauerhafte Müdigkeit. Die Folgeerscheinungen können durch eine frühzeitige Verabreichung von Medikamenten gemildert werden.

Die Verlaufsform

Es gibt zwei verschiedene Verlaufsformen von dieser Krankheit. Bei fast allen betroffen verläuft die Krankheit schubförmig. Treten Symptome wie Fieber, die über 24 Stunden anhalten auf und sind diese nicht anderweitig, wie durch eine Erkältung oder eine Grippe erklärbar, so wird dies als ein Schub dieser Krankheit bezeichnet, sofern seit dem letzten Schub über einen Monat Zeit vergangen ist. Zwischen den Schüben vergehen in der Regel mindestens vier Wochen. Der Abstand kann jedoch auch mehrere Monate betragen. Viel Stress und seelische Belastungen, Druck oder auch Infektionen können einen Schub begünstigen. Dieser dauert meist von einigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen an.

Im Normalfall bilden sich diese Symptome wieder vollständig zurück. Ist die Krankheit jedoch bereits weit fortgeschritten, können Restsymptome vorhanden bleiben. Die zweite Verlaufsform ist der chronisch-voranschreitende Verlauf. In seltenen Fällen tritt die Krankheit ohne Schübe auf. Dieser Formt wird in der Fachsprache primär progredient genannt. Der sekundäre progrediente Verlauft tritt sehr häufig auf. Die Schübe werden im Laufe der Zeit mehr. Die Krankheit und die Beschwerden nehmen immer häufiger zu. Die Krankheit führt nicht in allen Fällen zu einer schweren Behinderung. Sofern keine höhere Stufe der Behinderung vorliegt, so wird die Lebenserwartung der Erkrankten nicht verkürzt. Nach 15 Jahren mit MS, sind noch über die Hälfte aller Betroffen, fähig sich ohne Hilfsmittel fortzubewegen.

Die Behandlung dieser Krankheit

MS ist nicht heilbar. Jedoch ist das Ziel der Behandlung, die Lebensqualität der Betroffenen aufrecht zu halten. Jede Behandlungsmetode wird individuell auf den Patienten abgestimmt. Bei akuten Erkrankungsschüben wird Kortison oder Plasmapherese verabreicht. Diese werden dem Patienten durch die Vene verabreicht, so tritt eine schnelle Wirkung in Kraft. Sollte keine schnelle Linderung eintreffen, so wird die Dosis erhöht und der Vorgang wiederholt. Das hochdosierte Medikament mildert meist sofort den Schub. Eine Blutwäsche kann ebenso durchgeführt werden, sofern die Kortisontherapie nicht anschlägt.
Es eignet sich jedoch, eine Langzeitbehandlung vorzunehmen.

Dadurch soll das Immunsystem positiv beeinflusst werden. Die Langzeitbehandlung hat das Ziel, die Schübe und den Schweregrad sowie die Dauer zu mindern. Durch Physio-, Psycho- und Ergotherapien kann die vermehrte Müdigkeit sowie die allgemeine Schwäche der Patienten gelindert werden, sodass die Lebensqualität nicht beeinträchtigt wird. Für das Zittern eignen sich besonders die Medikamente Antiepileptika, Beta-Rezeptoren-Blocker, Dopaminagonisten oder Anticholinergika. Schluckbeschwerden können mit Hilfe von logopädischen Maßnahmen gelöst werden. Bei einer Harnwegsinfektion ist die Verabreichung von Antibiotika notwendig. Betroffenen besteht ebenso die Möglichkeit, zusätzlich eine Akupunktur, bei einem erfahrenen Heilpraktiker in Anspruch zu nehmen.

Wichtige Informationen

Experten bestätigen, dass die Ernährung der Betroffenen keine Auswirkungen auf die Krankheit haben. Seit 2009 findet jährlich, am letzten Mittwoch im Mai, der Welt-Multiple-Sklerose-Tag statt. Dieser Tag gibt Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit, genaue Informationen sowie die Auswirkungen über Multiple Sklerose zu erfahren. Oftmals geht es Betroffenen besser, nachdem sie sich mit weiteren Erkrankten austauschen konnten, mit der Situation um. Da Erkrankte häufig mit immunmodulierenden Medikamenten behandelt werden, dürfen sie keine Organe spenden und kommen ebenso als Blutspender nicht in Frage. Das Rauchen begünstigt das Ausbrechen dieser Krankheit. Verschiedene Studien zeigen, dass das Rauchen eine Erhöhung von zirka 1,4 aufweist. Für den Zusammenhang mit Umweltgiften existieren bisher keine genauen Nachweise.