Nagelpilz

Krankheit: Nagelpilz Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Unter dem Begriff Nagelpilz wird eine chronische Krankheit bezeichnet, die auf Grund von Infektion den Zehen- wie auch Fingernagel angreift und die Nagelplatte zerstört. In der Regel handelt es sich um den Fadenpilz – dem Dermatophyten. Aber auch die Onychomykose, die gerne in Verbindung mit dem Fußpilz auftritt, gilt als „bekannte“ Erkrankung im Bereich Pilze. Durchschnittlich erleiden 5,5 Prozent der gesamten Weltbevölkerung einmal einen Nagelpilz. Doch die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Krankheit immer weitere Ausbreitungen vornimmt, sodass gerne industrialisierte Staaten von einer „Volkskrankheit“ sprechen. Bei älteren Bevölkerungsgruppen ist es sogar möglich, dass bereits 50 Prozent aller Personen von Nagelpilz betroffen sind. Hier muss jedoch festgehalten werden, dass die Zehennägel deutlich öfter betroffen sind als die Fingernägel.

Der Grund für einen Nagelpilz

Gerne ist ein Fußpilzerreger dafür verantwortlich, dass ein Nagelpilz entsteht. Doch neben dem Fußpilz kann auch eine Infektion mit Microsporum wie Epidermophyton der Grund für einen Nagelpilz sein. Durch eine Infektion nistet sich der Pilz ein und dringt sodann von der Innenseite nach außen bzw. durch den Nagel. Das bedeutet, dass oftmals der Pilz schon aktiv ist, aber die Person noch gar nicht mitbekommen hat, daran erkrankt zu sein. Gerne werden auch Pilze „übergangen“, sodass keine medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird bzw. gerne lange abgewartet wird, bis medizinische Hilfe verlangt wird. Gerne sind Fußballer oder auch Jogger von Nagelpilzen betroffen. Das liegt an den permanenten Erschütterungen sowie der Reibung, die durchaus auch kleinere Verletzungen verübt. Falsches Schuhwerk, eine Fehlstellung der Füße oder auch die Gemeinschaftsdusche können allesamt den Nagelpilz positiv entgegentreten. Aber auch Diabetiker sind in der Regel häufiger mit dem Thema Nagelpilz konfrontiert als andere Personengruppe.

Die ersten Anzeichen und Symptome

Der Nagel verfärbt sich zu Beginn leicht. Der weißliche Rand wird somit graugelb und sollte als erstes Anzeichen gesehen werden. Auch bräunliche Verfärbungen lassen sehr wohl den Schluss zu, an einem Nagelpilz erkrankt zu sein. Ebenfalls gibt es in weiterer Folge eine Verdickung des Zehennagels sowie auch eine Entzündung des Nagelbetts. Ebenfalls ist es möglich, dass die Nägel krümelig zerfallen bzw. sich langsam vom Nagelbett ablösen. Auch die Haut in der umliegenden Region ist stark gerötet.

Auch wenn der Nagelpilz keine direkte Gefahr für die Gesundheit oder für das Leben bedeutet, so ist es dennoch oftmals mit Schmerzen verbunden, da nicht nur eine Eiterung des Nagelbetts möglich ist, sondern auch das Einwachsen des Nagels. Die Diagnose wird in erster Linie durch den Arzt gestellt, wer zuerst den Nagel begutachtet und sodann eine Verdachtsdiagnose stellen wird. Danach wird der Nagel desinfiziert und abgefräst bzw. abgeschnitten. Erst nach der Untersuchung des Nagels auf Bakterien oder sonstige Keime kann festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um einen Nagelpilz handelt.

Wie der Nagelpilz behandelt wird

Natürlich gibt es auch einige Behandlungsmöglichkeiten, um den Nagelpilz in Griff zu bekommen. So wird in erster Linie mit einer lokalen Behandlung versucht, dass der Pilz entfernt wird. Diese Methode ist jedoch nur bei kleinen befallenen Stellen möglich. Folgende Wirkstoffe werden dafür gerne angewendet:

  • Bifonazol
  • Ciclopirox
  • Amorolfinhydrochlorid

Neben den lokalen Behandlungsmöglichkeiten gibt es auch die systemische Behandlung. Hier werden Medikamente verordnet, welche oral eingenommen werden müssen. Ebenfalls ist es möglich, dass die medikamentöse wie lokale Behandlung kombiniert wird, falls ein stärker Pilzbefall aufgetreten ist. Folgende Wirkstoffe sind in den Kapseln enthalten bzw. können enthalten sein, damit der Pilz bekämpft wird:

  • Fluconazol
  • Itraconazol
  • Terbinafinhydrochlorid

Natürlich hat die medikamentöse Behandlung einige Nebenwirkungen. So sind die Tabletten relativ aggressiv gegenüber den Magen- wie Darmtrakt; auch kann die Leber durch die verordneten Tabletten in Mitleidenschaft gezogen werden. Doch mit Hilfe von Blutbildern und permanenter Überwachung ist es möglich, dass – bevor enorme Nebenwirkungen auftreten – die Tabletten vorzeitig beendet oder reduziert werden. Es ist auch möglich, dass etwaige allergische Reaktionen oder auch Herzbeschwerden als Nebenwirkungen auftreten können. Dies ist jedoch eher selten der Fall, sollte aber sofort dem Arzt gemeldet werden, wenn tatsächlich eine derartige Nebenwirkung auftritt. Die Behandlungsdauer richtet sich immer nach dem Befall des Pilzes.

So ist es möglich, dass bereits nach wenigen Wochen die Thematik vorbei ist; oftmals kann es jedoch bis zu einem Jahr dauern, bis endgültig der Nagelpilz geheilt ist. Dazu zählt auch, dass der Nagel komplett auswachsen muss und ein neuer nachgewachsen werden muss, um von einer kompletten Heilung berichten zu können. Um sich keine neue Infektion zu holen ist es wichtig, dass antiseptische Sprays bei den Schuhen verwendet werden, damit diese desinfiziert werden. Ebenfalls sollten Strümpfe wie Socken mit bis zu 60 Grad gewaschen werden. Bei der normalen 40 Grad Wäsche ist es nicht möglich, dass die Pilzelemente vollkommen zerstört werden. Der Nagelpilz kann auch einige Komplikationen mit sich bringen. So ist es möglich, dass durch die Infektion bzw. Entzündung ein Rotlauf (Erysipel) entsteht, der rund um die befallene Stelle auftritt.

Maßnahmen zur Vorkehrung der Krankheit

Wichtig ist, dass neben der Behandlung auch im Vorfeld geachtet wird, dass keine Infektion zustande kommt. Somit ist es wichtig, dass sehr wohl Straßenschuhe daheim nicht angezogen werden und das Material der Schuhe Leder, Leinen oder Baumwolle sein sollte. Auch ist es wichtig, dass während der Arbeit luftdurchlässige Schuhe getragen werden und die Socken täglich gewechselt werden. Ebenfalls ist es von Vorteil, wenn nach dem Bad bzw. der Dusche die Füße komplett abgetrocknet werden. Ein weiterer Aspekt ist es, dass auch nur Schuhe getragen werden, die sehr gut passen und keine Schuhe von anderen (gar fremden) Personen getragen werden. Das gilt auch für das Probieren neuer Schuhe, welche nur mit Socken probiert werden sollten. Auch Handtücher von anderen Personen sollten nicht zum Abtrocknen verwendet werden.

Die Prognose mit dem Nagelpilz

Eine spontane Heilung gibt es bei Nagelpilz nicht. Natürlich ist – desto früher die Behandlung erfolgt – die Erfolgsquote gut, aber es sollte sehr wohl bedacht werden, dass die Heilung einige Monate dauern kann. Wer schon einmal einen Nagelpilz hatte, sollte aus diesem Grund noch vorsichtiger sein und auch an die Hygiene denken bzw. darauf achten, was womöglich für die erste Erkrankung die Ursache gewesen hätte sein können.