Nasenbluten

Symptom: Nasenbluten Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Das Nasenbluten oder medizinisch auch Epistaxis genannt, sieht meist sehr dramatisch aus und ist für die Betroffenen auch äußerst unangenehm. Es ist aber in den meisten Fällen gottseidank harmlos und kommt nach einigen Minuten von selbst wieder zum Stillstand. Das Blut kann in einzelnen Tropfen, aber auch schwallartig abgehen. Wichtig ist, keine Panik aufkommen zu lassen. Manche Menschen können den Anblick von Blut nicht vertragen. Ihnen wird übel davon oder sie fallen sogar in Ohnmacht.

Erscheinungsformen

Meist stammt das Blut aus dem vorderen Bereich der Nase. Die vordere Nasenschleimhaut, der sogenannte Locus Kiesselbachi, ist sehr stark durchblutet und deshalb anfällig für Blutungen. Außerdem neigt die Schleimhaut der Nase durch den ständigen Luftstrom zum Austrockenen, dann platzen die Blutgefäße leichter. Kinder und Jugendliche neigen häufig zu Nasenbluten, die Schleimhaut ist noch zart und die Kinder toben viel herum, was eine zusätzliche Durchblutung verursacht. Es gibt Menschen mit sehr dünner und empfindlicher Nasenschleimhaut, diese neigen natürlich eher zu Nasenbluten, hier genügt dann schon zu heftiges Naseputzen oder auch nur ein Niesen und schon blutet es. Kommt das Blut aus einer Vene, erscheint es dunkelrot. Dies ist bei Nasenbluten meistens der Fall. Kommt das Blut aus einer Arterie, sieht es eher hellrot aus und die Blutung ist meist stärker.

Ursachen

Die stark durchblutete Nasenschleimhaut neigt zu Blutungen. Deshalb hat wohl jeder schon einmal Nasenbluten erlebt. Eine mechanische Verletzung, zum Beispiel durch einen Schlag auf die Nase, löst häufig Blutungen aus. Andere Verletzungen wie durch das Einführen von Gegenständen oder Verletzungen beim Nasenbohren sind auch nicht selten. Bei Erkältungen trocknen die Schleimhäute stark aus und werden dann noch anfälliger für Blutungen, dies kann durch austrockenende Nasensprays oder trockene Heizungsluft noch verstärkt werden. Auch zu starkes Schneuzen bringt die Nase zum Bluten durch den starken Druck. Also Vorsicht beim Nase putzen und beim reinigen der Nase generell, besonders natürlich bei Personen mit empfindlicher Nasenschleimhaut, die sowieso zu Blutungen neigen. In gleichem Maße wie Erkältungen sorgen Allergien mit allergischen Schnupfen für eine gereizte Nasenschleimhaut und auch hier kann es zu immer wieder kehrenden Blutungen kommen.

In seltenen Fällen ist das Nasenbluten ein Zeichen für eine andere Erkrankung, zum Beispiel einen Tumor in der Nase oder Bluthochdruck sein. Bei hohem Blutdruck empfiehlt sich ein Aderlass oder eine Blutspende, um das Volumen des Blutes zu vermindern und den Blutdruck zu senken. Auch gerinnungshemmende Medikamente können Blutungen verursachen, auch die Bluterkrankheit geht mit Nasenblutungen einher, die dann natürlich gefährlich werden, da sie nicht von selbst zum Stillstand kommen. Hier kann es dann durch Blutmangel zu einem Schock kommen. Manchmal sind brüchige Gefäße zum Beispiel bei einer Arterienverkalkung die Ursachen für Nasenbluten.

Erste Hilfe bei Nasenbluten

Bei Kindern aber auch Erwachsenen mit Nasenbluten ist es wichtig sie zu beruhigen, denn Panik verstärkt zum einen die Blutung, zum anderen führt sie zu Übelkeit. Der Oberkörper sollte in eine aufrechte Lage gebracht werden. Man sollte ruhig atmen und nicht sprechen. Den Kopf am besten nach vorne neigen. So kann man ein Verschlucken des Blutes vermeiden. Man kann so auch das Ausmaß der Blutung besser beurteilen. Falls das Blut aus dem hinteren Teil der Nase stammt und den Rachen hinunterläuft, sollte es besser ausgespuckt als verschluckt werden, denn das Blut im Magen könnte zusätzlich Übelkeit und sogar erbrechen auslösen. Außerdem kann das Blut im rachenraum gerinnen und so Luftnot auslösen. In extremen Fällen bei sehr aufgeregten Patienten kann das Blut eingeatmet werden und so zu Erstickungsanfällen führen.

Stammt das Blut aus dem vorderen Bereich der Nase und läuft es heraus, kann man das Blut mit einem Tuch auffangen. Dies sollte vorsichtig geschehen, damit die beginnende Gerinnung nicht zerstört wird. Ein kaltes Tuch oder besser ein Kühlpack in den Nacken gelegt, führt dazu, dass die Gefäße der Nase sich zusammen ziehen und es so schneller aufhört zu bluten. Das Tuch muss oft erneuert werden, damit es kühl bleibt. Man kann auch die Nasenwurzel kühlen. Wenn die Blutung aus dem vorderen Teil der Nase kommt, kann es auch helfen, die Nase zuzuhalten am besten aber nur mit sanftem Druck. Nach einigen Minuten sollte man prüfen, ob die Blutung noch anhält. Das Nase zuhalten wirkt natürlich nicht, wenn die Blutungen aus tiefer gelegenen Arealen der Nase stammen.

Hat man es geschafft, die Blutung zu stoppen, muss man vorsichtig sein, damit die frische Kruste nicht wieder aufreißt. Also nicht zu stark abwaschen oder gar die Nase putzen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich auch nicht die Nase innen zu verstopfen etwa mit Papiertaschentüchern, da das Entfernen dann die frischen Wunden wieder aufreißt. Bei äußeren Verletzungen oder Schwellungen sollte man die Nase nicht zuhalten, den sie könnte gebrochen sein, oder Blutergüsse durch den Druck noch mehr verstärkt werden. Bei äußerlich sichtbaren Verletzungen ist Verdacht auf einen Nasenbeinbruch ist vorsichtshalber der Arzt aufzusuchen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen

Nach einigen Minuten kommt die Blutung in den meisten Fällen zum Stillstand. Ist dies nicht der Fall und hält die Blutung länger als 20 Minuten an, sollte sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden. Bei Kindern sollte man noch vorsichtiger sein. Desgleichen auch bei sehr starken Blutungen oder wenn diese häufig wiederkehren. Dann kann der HNO Arzt die Stellen, die immer wieder bluten veröden. Zum Beispiel mit Verätzung durch Silbernitrat oder mit Lasern Manchmal muss die Nase tamponiert werden, um die Blutung zu stoppen. Bei sehr starkem Blutverlust kann eine Transfusion nötig werden. Deshalb ist das immer ein Notfall und man sollte nicht zögern in sehr schlimmen Fällen sogar den Notarzt zu rufen. Bei älteren Leuten mit häufigem Nasenbluten muss ein Arzt die möglichen Erkrankungen oder Ursachen abklären. Ebenfalls einen Arzt oder die Notaufnahme des Krankenhauses sollte man bei Verdacht auf Nasenbeinbruch aufsuchen.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung kann man die Nase mit speziellen Cremes oder Sprays pflegen. Diese halten die Nasenschleimhaut feucht und geschmeidig, sodass sie widerstandsfähiger wird. Trockene Heizungsluft ist schädlich, deshalb öfters einen Spaziergang an der frischen Luft unternehmen, das stärkt auch die Abwehrkräfte gegen Erkältungen. Übergewicht sollte man meiden, bzw. abbauen und damit auch den Bluthochdruck vermindern. Muss man blutverdünnende Arzneimittel einnehmen, sollte man nicht noch zusätzlich Aspirin oder Ibuprofen einnehmen, denn das hemmt ebenfalls die Blutgerinnung.