Parkinson

Krankheit: Parkinson Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Krankheit Parkinson wird gerne auch als Zitter- oder Schüttelkrankheit bezeichnet. Weiterhin sind auch die Synonyme IPS – idiopathisches Parkinson-Syndrom, parkinsonsche Krankheit oder auch Paralysis agitans bekannt. Parkinson ist eine neurologische Erkrankung. Der Krankheitsverlauf schreitet langsam voran und Parkinson zählt zu den degenerativen Beschwerden der extrapyramidal-motorischen Systeme. Gekennzeichnet ist der Morbus Parkinson durch das hauptsächliche Absterben der Nervenzellen im Mittelhirn. Diese Substantia nigra produziert das Dopamin unseres Körpers und ist letztendlich für die aktivierende Wirkung der Basalganglien unserer Großhirnrinde verantwortlich. Die möglichen Folgen des fehlenden Botenstoffes sind eine Muskelstarre (Rigor), eine Haltungsinstabilität (posturale Instabilität), ein Muskelzittern (Tremor) sowie eine verlangsamte Bewegung (Bradykinese), die bis hin zur Bewegungslosigkeit (Akinese) führen kann.

Meistens tritt Parkinson mit unterschiedlichen vegetativen, psychischen und kognitiven Störungen auf. Die häufigste Erkrankung ist der Morbus Parkinson – eine idiopathische Krankheit ohne äußere oder gar genetische Ursachen. Liegt doch eine erkannte, äußere Ursache vor, spricht man im Allgemeinen von dem sekundären oder auch symptomatischen Syndrom. Handelt es sich um ein neurodegeneratives Krankheitsbild, ist es ein atypisches Syndrom. Hierbei gibt es andere Schädigungsmuster mit weiteren Symptomen.

Erkrankungsalter und Ursachen von Parkinson

Häufig beginnt diese Krankheit in einem Alter von 50 und 79 Jahren. Wobei der Höhepunkt zumeist zwischen dem 58. und 62. Lebensjahr erreicht wird. Es gibt zudem etwa 10.000 erkrankte Menschen im Alter von 40 bis 44 Jahren – davor tritt Parkinson nur sehr selten auf. Es gibt kaum Erkrankte mit einem Lebensalter von über 80 Jahren. Aktuell gibt es in Deutschland rund 300.000–400.000 Menschen mit dem Parkinson-Syndrom.

Die bekannteste Ursache ist ein Dopaminmangel – er führt zum Ungleichgewicht der Funktionalität der Basalganglien. Dabei liegt der Botenstoff Glutamat meistens im Überfluss vor. Die motorische Aktivität der Hirnrinde wird durch den Thalamus gehemmt. Dies ist die Hauptursache für die Merkmale Rigor, Hypokinese und Tremor. Ebenso für die konstante Verlangsamung aller geistigen Prozesse (die Bradyphrenie). Weiterhin wurden dazu noch Veränderungen weiterer Neurotransmitter festgestellt. In einigen Regionen des menschlichen Hirnstammes zeigten sich auch Mängel an Noradrenalin, Serotonin und Acetylcholin an.

Die bisherigen Forschungen haben in Bezug auf eine Vererbung von Parkinson keine ernsten Ergebnisse ergeben. Bei der Identifizierung von vererbten Formen wurde jedoch herausgefunden, dass es sich um keine einheitliche Krankheit bei dem Morbus Parkinson (MP) handelt. Vielmehr um eine Art mit großem Spektrum klinischer und pathologischer Ausprägungen.

Ganz aktuell ist die Erkenntnis, dass Parkinson sehr wohl auch durch externe Auslöser verursacht werden kann. So nimmt man heute an, dass Pestizide im Obst und im Gemüse eine entsprechende Symptomatik begünstigen können. Bereits 2012 wurde Parkinson in Frankreich daher auch als anerkannte Berufskrankheit der in der Landwirtschaft tätigen Menschen gelistet. Sofern die betroffenen Personen wenigstens zehn Jahre mit üblichen Pestiziden in Kontakt traten, ist eine Anerkennung gegeben.

Gemäß Studien der USA und Korea gelten auch Entfettungs- und Reinigungsmittel als auslösend, sofern ihre Bestandteile Trichloräthylen und Perchloräthylen sind.

Symptome

Parkinson startet schleichend und schreitet dann konstant voran. Mit dem langwierigen Verlauf lässt sich die Erkrankung immer besser erkennen. Typischerweise beginnt das IPS auf einer Körperhälfte – so schwingen Betroffene beispielsweise einen Arm beim Laufen nicht mehr mit. Die Einseitigkeit äußert sich zudem oft in Muskelverspannungen und Schulterschmerzen der betroffenen Körperseite. Dies ist oft der Auslöser, um einen Orthopäden aufzusuchen.

Die Voraussetzung für eine Parkinson-Diagnose ist immer das Feststellen einer allgemeinen Bewegungsarmut. Das Muskelspiel ist stark vermindert und dies hat Auswirkungen auf das Gesicht (das so genannte „Maskengesicht“ bildet sich), die Aussprache wird undeutlich und leiser, das Schlucken verlangsamt sich und die Handmotorik lässt stark nach. Weitere Auffälligkeiten sind ein anderer Gang (kleinschrittig und oft schlurfend) sowie eine behäbige Rumpfbewegungsfähigkeit. Um jedoch Parkinson zu diagnostizieren, benötigt es wenigstens eines der folgenden Symptome zusätzlich:

Rigor ( Rigidität )

So bezeichnet man eine Muskelsteifheit, die aufgrund der Steigerung des Muskel-Tonus eintritt. Diese wird häufig durch die unwillkürliche Anspannung der kompletten (quer gestreiften) Muskulatur hervorgerufen. Muskelschmerzen sind oft die Folge. Körpernahe Muskeln sind meistens stärker betroffen.

Ruhetremor

Durch wechselseitige Anspannung entgegenwirkender Muskeln wird ein Zittern ausgelöst, welches bei Bewegungen abnimmt. Es ist geradezu typisch für idiopathische und atypische Parkinson-Erkrankungen. Der Ruhetremor ist ebenfalls einseitig betont. Er ist wohl das auffälligste Symptom, um eine Erkrankung festzustellen.

Posturale Instabilität

Die abnehmende Stabilität bei dem Aufrechthalten des Körpers wird durch eine Störung der Reflexe ausgelöst. Kleine, schnelle Ausgleichsbewegungen verzögern sich und es kommt zu Gang- und Standunsicherheiten. Hinzu kommen Unsicherheiten beim Gehen und die Angst, zu fallen. Diese gestörten Stellreflexe bedingen die motorische Unsicherheit des Betroffenen zusätzlich.

Das Auftreten und die Stärke der einzelnen Symptome variieren stark und wechseln zudem auch je nach Tageszeit. Neben diesen Krankheitszeichen treten auch noch sensible Störungen wie die Verminderung des Geruchssinns und Muskel- und Gelenkschmerzen auf. Die Talgproduktion ist zudem erhöht und bedingt das so genannte „Salbengesicht“ (stark glänzende Gesichtshaut).

Psychische kann eine dauerhafte niedergeschlagene Stimmung der Diagnose viele Jahre vorausgehen. Diese betrifft wenigstens 40 Prozent aller Patienten. Zudem verlangsamen sich die Denkabläufe und es wird häufig über eine allgemeine Antriebsstörung geklagt. Hinzu kommt das Fehleinschätzen von Entfernungen und auch von Geschwindigkeiten – dies ist eine motorische Einschränkung, die besonders im Straßenverkehr eine Gefahr darstellt.

Behandlung

Bisher gibt es noch keine Möglichkeit, die Ursachen einer Parkinson-Erkrankung zu verhindern, oder aufzuhalten. Die Behandlungsmethoden sind jedoch ausgereift und so können viele Betroffene durch heutige, medizinische Erkenntnisse viele Jahre ein symptomfreies Leben haben.

Eine Parkinson-Behandlung erfolgt meistens mit der Gabe dopaminergen Medikamenten. Diese ersetzen das fehlende Dopamin im Gehirn. Das bedeutsamste Medikament ist hier L-Dopa (Levodopa). Es ist eine Art Vorstufe des echten Dopamins. L-Dopa hat jedoch nur eine Wirkung von einigen Stunden und daher ist es für jüngere Erkrankte nicht so gut geeignet. Hier wird eher das länger wirkende Dopaminagonist verschrieben. Es ahmt die Dopamin-Wirkung nach und verlangsamt den Dopamin-Abbau im menschlichen Gehirn.

Neben verschiedenen stimulierenden und komplementären Behandlungsmethoden sind auch alternative Heilverfahren sehr geläufig. Über die Hälfte der an Parkinson leidenden Menschen nehmen alternativmedizinische Therapien zu ihren Medikamenten in Anspruch. Hier gibt es verschiedene Maßnahmen wie Yoga-, Entspannungs-, Atem- und Bewegungsübungen sowie Akupunktur und auch Massagen. Manche Patienten nehmen zudem auch Nahrungsergänzungsmittel ein. Vitamine sollen hier scheinbare Mangelzustände ausgleichen bzw. vorbeugen. Klinische Studien solcher Behandlungsmethoden bestätigen eine Wirksamkeit bisher nicht. Es gibt auch keine aussagekräftigen Dokumentationen darüber, dass sie die Lebensqualität der Patienten verbessern. Vielmehr besteht bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln die Gefahr, sich schädlichen Wechselwirkungen mit den verordneten Medikamenten auszusetzen.