Schlafstörungen

Symptom: Schlafstörungen Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Ungefähr ein Drittel aller Deutschen leidet unter Schlafstörungen, sie können schlecht einschlafen, nicht durchschlafen oder sind morgens zu früh wach. Aber wie sieht ein normaler gesunder Schlaf eigentlich aus? Die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass ein gesunder und normaler Schlaf leichtes Einschlafen am Abend und tiefes festes Durchschlafen bis zum nächsten Morgen, wenn der Wecker klingelt, beinhaltet. Jedoch gibt es kein Durchschlafen, auch keine traumlosen Nächte und auch keinen regelmäßigen Tiefschlaf. Es gibt verschieden Schlafphasen, welche wir in den Nächten durchleben, das ist der leichte Schlaf, der Tiefschlaf und der Traumschlaf, man nennt dies auch den Schlafzyklus. Etwa vier bis sechs dieser Schlafzyklen erleben wir pro Nacht und deshalb ähnelt unser Schlafverhalten einer Treppe mit einem ständigen Auf und Ab.

Tiefschlaf ist sehr wichtig

Wichtig für die Erholung und Leistungsfähigkeit unseres Körpers ist der Tiefschlaf und dieser ist in den ersten drei Stunden der Nachtruhe. Somit haben wir in den ersten drei Stunden bereits den wichtigsten Schlaf hinter uns gebracht. Danach setzt sich der Schlafzyklus nur noch aus leichtem Schlaf und Traumschlaf zusammen. Es besteht also kein Grund zur Sorge, wenn man statt den normalen 7 oder 8 Stunden nur 5 oder 6 Stunden geschlafen hat. Je weniger jemand schläft, umso länger sind die Tiefschlafphasen, das heißt, der Körper holt sich den notwendigen Tiefschlaf zur Erholung auf jeden Fall. Von einer Schlafstörung sprechen wir, wenn diese mehrere Wochen andauert und zu körperlichen oder auch seelischen Beeinträchtigungen führt. Bekannt sind 3 Arten von Schlafstörungen:

  • Einschlafstörungen
  • Durchschlafstörungen
  • Ausschlafstörungen

Aber auch das Schnarchen kann zu Schlafstörungen führen. Jeder Mensch hat in unserer heutigen stressigen Zeit wohl gelegentlich unruhige Nächte, beruflicher Ärger, private Probleme, eine Erkältung oder ein juckender Ausschlag können den Schlaf stören. Aber die Schlafprobleme können auch nur an der alten Matratze liegen oder an der Laterne vor dem Fenster. In den meisten Fällen finden viele nach Abschaffung der Störung wieder in den gewohnten Schlafrhythmus zurück.

Chronische Schlafstörungen

Unter den Menschen gibt es Frühsaufsteher oder auch Nachtmenschen, sodass die Schlafmenge individuell verschieden ist. Jedoch sollte man immer aufmerksam werden, wenn man schlecht schläft. Sollten die Schlafstörungen länger anhalten, also chronisch werden, ist es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Viele Betroffene leiden an Insomnie (Schlaflosigkeit), sie schlafen schlecht ein, wachen nachts mehrmals auf und liegen dann lange wach. In der Regel sind für diese kurzen und unterbrochenen Nächte psychische Erkrankungen oder auch körperliche und neurologische Defekte verantwortlich. Oft liegt es aber auch an falschen Schlafgewohnheiten oder anderen Störfaktoren. Auch Depressionen oder Sorgen betreffend der Lebenssituation können Schlafstörungen verursachen. Zu den Hauptursachen von Schlaflosigkeit zählen unter anderem:

  • Genussmittel wir Alkohol , Rauchen oder viel Kaffee
  • Die Schlafumgebung
  • Störungen des Schlafrhythmus durch Schichtarbeit
  • Medikamente
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Starker Harndrang durch Nierenerkrankungen
  • Wechseljahre

Auch Atmungsstörungen wir schnarchen oder das Schlafabnoe stören den durchgehenden Schlaf.

Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten bei Schlafstörungen gibt es ausreichend, sie können psychotherapeutisch oder auch medikamentös behandelt werden. Jedoch ist der Versuch mit Psychotherapie immer von Vorteil, da der Betroffene hier die Möglichkeit erhält durch Verhaltensänderungen eine Verbesserung des Schlafes zu erzielen. Auch Entspannungsübungen können hier positiven Einfluss haben. Jedoch bringt bei vielen Betroffenen die psychotherapeutische Behandlung wenig oder gar keine Besserung, hier werden dann zusätzlich schlaffördernde Medikamente eingesetzt. Jedoch sind die Ärzte bei bestimmten Medikamenten vorsichtig geworden, da diese eine starke Abhängigkeit zur Folge haben. Zudem ist eine Medikamententherapie von 4 Wochen zu kurz um dem Teufelskreis der Schlaflosigkeit zu entkommen.

Pflanzliche Mittel anwenden

Handelt es sich um leichte Schlafprobleme können auch pflanzliche Mittel wie Hopfen, Melisse oder Baldrian helfen, diese wirken zwar erst verspätet, haben aber keine Nebenwirkungen und führen auch nicht zur Abhängigkeit. Allerdings dienen sie auch eher zur Beruhigung und als Einschlafhilfe, Durchschlafstörungen werden kaum verbessert. Aber es gibt noch eine Reihe anderer Möglichkeiten für einen gesunden Schlaf und vieles kann man selber dafür tun. So kann ein heißes entspannendes Bad mit Melisse, Hopfen oder Lavendelblüten helfen genauso wie ein Glas warme Milch mit Honig oder auch ein Glas Bier oder Wein vor dem zu Bett gehen. Auch sollte man vor dem Schlafen keine schwerwiegenden Probleme diskutieren und auch nicht zu spät und reichhaltig essen. Von Vorteil ist ein kleiner Abendspaziergang in der frischen Luft oder Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training. Wer gar nicht einschlafen kann, sollte sich damit auch nicht plagen, lieber wieder aufstehen und etwas tun.

Räumlichkeiten spielen eine große Rolle

Auch die Räumlichkeiten spielen für einen erholsamen Schlaf eine wichtige Rolle, die Raumtemperatur im Schlafzimmer sollte 18 Grad nicht überschreiten und für ausreichend Ruhe und Dunkelheit ist zu sorgen. Gleichzeitig ist auch eine gute Matratze und ein bequemes Bett Voraussetzung für einen guten Schlaf. Auch wer meint, ein Fernseher hilft beim Einschlafen liegt falsch, den das Flackern des Bildes, der Ton und die eventuelle anregende Sendung stört beim Schlafen, deshalb raus mit dem Fernseher aus dem Schlafzimmer. Auch sollte man regelmäßige Schlafenszeiten einhalten und auch keinen anstrengenden Sport vor dem schlafen ausüben.

Schlafstörungen bei Kindern

Leider wurden in der letzten Zeit bereits bei Kindern Schlafstörungen festgestellt. Dauern diese nächtlichen Probleme länger an, führen sie zu erheblichen Leistungs- und Konzentrationsschwierigkeiten, die Kinder sind schlecht gelaunt, unausgeglichen und es kommt zu trotzigem Verhalten. Für Kinder ist ein geregelter Tagesablauf wichtig und das gilt auch für die ins Bett geh Zeit. Auch Einschlafrituale wie z. B. das Vorlesen eine Geschichte macht es dem Kind leichter zur Ruhe zu kommen. Wenn das Kind nachts ruft, sollte man umgehend reagieren und das Kind trösten oder beruhigen. Bei Kindern ist auch ein kleines Nachtlicht von Vorteil und eine geöffnete Zimmertür bringt dem Kind Sicherheit und es kann sich im Raum orientieren. Auch das geliebte Kuscheltier ist wichtig und hilft beim Einschlafen. Sollte dies jedoch alles nicht helfen, sollte man auch hier professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Jeder Mensch hat ein anderes Schlafbedürfnis, wem 6 Stunden reichen, der sollte keine 9 Stunden im Bett liegen, denn dann liegt er 3 Stunden wach. Das Aufstehen sollte auch entspannt beginnen, nicht auf dem letzten Drücker aufstehen sondern sich noch Zeit für ein gemütliches Frühstück nehmen. Vor dem Schlafen ein paar Seiten entspannende Lektüre lesen oder Musik hören, immer nur zu Bett gehen, wenn der Körper Müdigkeit signalisiert.