Tinnitus

Krankheit: Tinnitus Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Bei Tinnitus handelt es sich um ein vom Patienten wahrgenommenes Geräusch, das in den überwiegenden Fällen keine objektive Ursache hat und nur vom Patienten rein subjektiv wahrgenommen wird. Die genaue Ursache für die Entstehung von Tinnitus ist bisher noch nicht gefunden worden. Tatsache ist, dass Veränderungen neuronaler Vorgänge in bestimmten Regionen des Gehirns bei vom Tinnitus betroffenen Personen festzustellen sind.

Ein Tinnitusanfall tritt häufig in besonders belastenden Situationen auf und zeigt sich in einem akuten Gehörsturz. Das Geräusch, das im Innenohr als pfeifend und ausgesprochen unangenehm wahrgenommen wird, tritt plötzlich auf und kann den Betroffenen sehr beunruhigen. Ein schneller Arztbesuch wird klären, ob es sich um einen Tinnitus oder um eine ernsthafte Schädigung des Innenohrs handelt. Auslöser für einen Tinnitus kann außer Stressbelastung aber auch extreme Lärmbelästigung oder zu laute Musik bei Konzerten sein.

Sehr häufig treten Ohrgeräusche verstärkt in Lebenssituationen auf, die von Stress und psychischen Belastungen gekennzeichnet sind. Viele Betroffene leiden zusätzlich zum Tinnitus unter Schlafstörungen, Angstzuständen und Depressionen. Teilweise werden diese Beschwerden durch Tinnitus ausgelöst, können aber auch als Auslöser dieses Phänomens in Erscheinung treten. Leiden die Betroffenen über einen längeren Zeitraum unter Tinnitus, werden die Geräusche häufig verdrängt oder einfach hingenommen. Dabei gibt es sehr wirkungsvolle Möglichkeiten sowohl der schulmedizinischen wie auch der alternativ-medizinischen Disziplinen, von dem oft als unangenehm und störend empfundenen Ohrgeräusch nachhaltig befreit zu werden.

Viele Betroffene können schon allein durch die Konzentration auf das Geräusch nicht einschlafen und leiden oft sehr unter einem Schlafdefizit. Halten die Einschlafstörungen über einen längeren Zeitraum an, kann es zu Depressionen kommen und der Patient verliert jede Lebensfreude, in schweren Fällen kommt es zur Arbeitsunfähigkeit.

Ganz wichtig ist in jedem Fall bei einem Gehörsturz, der immer einem späteren Tinnitus-Phänomen voraus geht, dass für den Patienten eine Situation der absoluten Ruhe geschaffen wird. Wird der Patient in den ersten 48 Stunden nach Auftreten des Ohrgeräusches in einen Zustand der Entspannung und Ruhe versetzt, vergehen die Ohrgeräusche zu einem sehr hohen Prozentsatz in kürzester Zeit ohne jede Behandlungsmaßnahme. Ruhige Musik, Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation, Autogenes Training und Entspannungsbäder sind dabei die geeigneten Maßnahmen.

Behandlungsmethoden der Schulmedizin

Vor dem Einsetzen einer schulmedizinischen Therapie wird zunächst von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt genau untersucht, ob Schädigungen des Innenohrs vorliegen. In der Vergangenheit wurde angenommen, dass die Ursache für Tinnitus eine Durchblutungsstörung des Innenohrs ist. Neueste Forschungsergebnisse zeigen aber auf, dass das nicht der Fall ist. Auf jeden Fall muss aber abgeklärt werden, ob eine krankhafte Veränderung des Innenohrs oder in der Halswirbelsäule bzw. der Halsmuskulatur zu den Ohrgeräuschen geführt haben könnte. Auch eine neurologische Untersuchung ist angezeigt und es bedarf einer Abklärung, ob eine Veränderung im Gehirn oder im Schädelbereich verantwortlich für das Phänomen sein könnte.

Nachdem sämtliche schulmedizinische Untersuchungen durchgeführt wurden und zu dem Ergebnis führten, dass es sich um Tinnitus handelt, werden geeignete Maßnahmen ergriffen. Tinnitus, der über einen längeren Zeitraum andauert, wird zu einem chronischen Zustand.

Handelt es sich um einen subjektiven Tinnitus, wird in der Schulmedizin mit Hilfe von Infusionen, die häufig über einen längeren Zeitraum verabreicht werden, oft erfolgreich behandelt. Allerdings muss die Behandlung mit Infusionen bereits in der Anfangsphase, z. B. unmittelbar nach einem Gehörsturz, begonnen werden, um positive Ergebnisse zu erzielen. Diese Behandlung ist allerdings kostenintensiv und führt nicht immer zu den gewünschten Erfolgen. Es wird in der Forschung noch weiter an der Verbesserung der Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode gearbeitet.

Ohrgeräusche, ob subjektive wie der Tinnitus oder objektive, die von außen in das Ohr gelangen, werden in der Hirnrinde gespeichert. Subjektiv wahrgenommene Ohrgeräusche werden auf die gleiche Weise von den Nervenzellen behandelt wie physikalisch erzeugte Schallwellen und führen letztlich zu einer überhöhten Aktivität der Nerven. Auf diese Weise vernetzte Nervenzellen manifestieren das Ohrgeräusch und zusätzlich zu der Behandlung des Innenohrs ist es notwendig, dass das Gehirn die Wahrnehmung eines Geräusches, das im Außen gar nicht existiert, wieder verlernt. Dazu kann Musik eingesetzt werden. Aber auch nervenstärkende Mittel können verordnet werden und auf jeden Fall können Medikamente mit beruhigender Wirkung verabreicht werden.

Behandlungsmethoden aus dem Bereich der alternativen Medizin

Die alternative Medizin bietet eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, die auf die Stärkung der Nerven, dem Ausgleich von gestörtem innerem Gleichgewicht und teilweise auch einer Ernährungsumstellung beruhen. Zu der Bandbreite gehört der Einsatz von Ginkgo-Präparaten, Akupunktur, Pflanzenheilmitteln der chinesischen Medizin und auch des Ayurveda.

Insgesamt soll der Patient mit Hilfe dieser Maßnahmen gestärkt werden und psychische Faktoren, die belastend auf den Menschen wirken, ausgeglichen werden. Besonders hilfreich hat sich dabei die Akupunktur erwiesen, in schwierigen Fällen auch in Kombination mit entsprechenden pflanzlichen Präparaten. Laut der Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin handelt es sich bei Problemen mit dem Gehör um Krankheitsbilder des Energiebereiches der Nieren oder der Leber.

Ausschlaggebend, ob ein Syndrom des Nierenkreises oder dem der Leber behandelt wird, ist, ob die Symptome tagsüber stärker sind oder nachts. Bei einer stärkeren Belastung am Tag handelt es sich nach der TCM um ein Syndrom der Leberenergie. Im anderen Fall um den der Nierenenergie. Demgemäß wird in der TCM auch immer eine nierenstärkende bzw. leberberuhigende Ernährung empfohlen. Auf die Stärkung bzw. Sedierung des entsprechenden Komplexes zielt dann auch die Akupunktur ab.

Behandlungsmethoden der Homöopathie

Eine weitere Methode, Tinnitus wirksam mit einer alternativ-medizinischen Methoden zu behandeln, bietet die Homöopathie an. In der Homöopathie wird der gesamte Mensch betrachtet und entsprechend behandelt. Ähnlich wie in der TCM oder dem Ayurveda wird hier die Lebenskraft des Menschen gestärkt und Ungleichgewichte ausgeglichen. Dabei wird besonders der psychosomatische Zustand des Patienten betrachtet. Seine Lebensgeschichte, nicht nur die aktuelle Lebenssituation, in der der Tinnitus aufgetreten ist, wird betrachtet und nach einem geeigneten homöopathischen Mittel gesucht. Dabei bildet die subjektive Einschätzung der Situation aus der Perspektive des Betroffenen die Grundlage.

Sämtliche Behandlungsmethoden, ob schulmedizinischer oder alternativer Art, zielen darauf ab, die Stressfaktoren zu reduzieren. Es soll ein Ausgleich der ins Ungleichgewicht geratenen Lebenssituation herbeigeführt und nach Möglichkeit die auslösenden Faktoren dadurch eliminieren werden, dass die Lebensweise verändert wird. Dem erneuten Ausbruch eines Tinnitusanfalls kann vorgebeugt werden, indem Entspannungselemente in den Tagesablauf eingebaut werden, der Lebensfluss verlangsamt wird und ärgerliche Situationen, die immer wieder kehren, entspannt oder ganz aus dem Leben gestrichen werden.