Zahnfleischentzündung

Krankheit: Zahnfleischentzündung Informationen und Behandlungsmöglichkeiten

Eine Zahnfleischentzündung kann unter Umständen sehr schmerzhaft sein. Wodurch solche Entzündungen hervorgerufen werden und was man tun kann, um eine Zahnfleischentzündung zu behandeln, darauf wollen wir im folgenden eingehen.

Was ist eine Zahnfleischentzündung und woran erkennt man diese

In der Medizin wird eine Zahnfleischentzündung als Gingivitis bezeichnet. Eine Entzündung des Zahnfleisches kann Schmerzen verursachen, kann aber auch völlig ohne Schmerzen auftreten. Man erkennt eine solche Entzündung zum Beispiel an Schwellungen, Blutungen oder Rötungen, die am Zahnfleischrand erkennbar sind. Oft kommt es auch einfach beim Zähneputzen zu Blutungen, die auf keinen Grund zurückgeführt werden können. Außerdem erkennt man eine Entzündung auch daran, dass das Zahnfleisch im Gegensatz zu gesundem nicht mehr rosa, sondern eher dunkelrot ist. Hier ist allerdings auch zu beachten, dass die Farben des Zahnfleisches nicht bei jedem Menschen gleich sind und es sich dadurch auch nicht um einen eindeutigen Indikator handelt. Im Anfangsstadion der Entzündung kann es oft sein, dass die Zahnfleischentzündung nicht bemerkt wird.

Daher sind auch die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sehr wichtig, um eine Zahnfleischentzündung schon frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Wenn man gesetzlich kranken versichert ist, dann hat man zweimal in einem Jahr einen Anspruch auf eine solche Vorsorgeuntersuchung, bei der sowohl die Zähne, als auch das Zahnfleisch untersucht werden. Allerdings ist in jedem Fall zu beachten, dass eine solche Entzündung behandelt werden sollte, diese kann nämlich sonst auch auf andere Bereiche des Mundes, wie das Zahnbett übergehen. Auch der Zahnapparat kann nachhaltig geschädigt werden. In diesem Fall würde man dann von einer Parodontitis sprechen. Diese kann oft auch schwer erkennbar sein.

Was sind die möglichen Ursachen einer Zahnfleischentzündung

Auftreten können solche Entzündungen, wenn Zahnbeläge nicht gründlich genug entfernt wurden und sich dadurch verschiedene Bakterien vermehren können. Zahnbeläge sind die häufigste Ursache für die Entzündung des Zahnfleisches, auch als Plaque bekannt. Ob Zahnbeläge vorhanden sind, erkennt man daran, dass sich die Oberfläche an dem Rand der Zähne rau anfüllt. Außerdem kann oft auch ein pelziger Belag auf der Zunge ein Anzeichen für Zahnbeläge sein. Die Bakterien in dem Belag können dann die Entzündung verursachen. Es gibt aber auch noch andere Ursachen, durch die eine Entzündung des Zahnfleisches hervorgerufen werden kann. So können zum Beispiel verschiedene Medikamente, die das Immunsystem im Prinzip ausschalten, zum Beispiel Medikamente mit denen Tumorerkrankungen behandelt werden. Auch die Kalziumantagonisten, die den Wirkstoff Nifedipin enthalten, können das Zahnfleisch schwächen und so eine Entzündung begünstigen. Diese Wirkstoffe findet man vor allem in Medikamenten, die gegen den Bluthochdruck verschrieben werden.

Außerdem können auch verschiedene Infektionen mit Viren, wie zum Beispiel Herpes, eine Zahnfleischentzündung hervorrufen oder begünstigen. Besondere Vorsicht sollte man auch während einer Schwangerschaft walten lassen, denn durch die hormonellen Veränderung wird viel leichter eine Entzündung des Zahnfleisches hervorgerufen, die dann einen schnellen und schweren Verlauf haben kann, wenn diese nicht frühzeitig behandelt wird. In diesem Fall kann das Zahnfleisch sehr stark anschwellen, stark gerötet sein und bluten. Viele Menschen haben regelmäßig oder sogar chronisch mit einer Entzündung des Zahnfleisches zu tun. Je älter man dabei ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit an einer Zahnfleischentzündung zu leiden.

Welche Folgen kann eine Zahnfleischentzündung verursachen, wenn diese nicht behandelt wird

Die Folgen einer Entzündung des Zahnfleisches können weitreichend sein, wenn diese nicht frühzeitig behandelt wird. In den meisten Fällen kommt es zu anderen, weitreichenden Erkrankungen im Mund- und Rachenraum. Der Zahnhalteapparats kann sich zum Beispiel entzünden, dann spricht man von einer Parodontitis. Krankheiten die aus einer Entzündung des Zahnfleisches entstehen können, werden durch verschiedene Faktoren, wie einem Vitaminmangel oder einer Störung des Immunsystems zusätzlich begünstigt werden. Auch Rauchen und eine Diabetes kann Folgeerkrankungen weiter fördern. Werden Zahnbeläge nicht gründlich entfernt, dann können sich diese zu Zahnstein aushärten, das begünstigt weiterhin die Entwicklung der Bakterien und somit die Entstehung von Krankheiten. Einmal pro Jahr, können Sie den Zahnstein von einem Zahnarzt entfernen lassen, dies ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Wenn man eine Zahnfleischentzündung hat, dann kann es helfen, die Mundhygiene zu verbessern, um diese Entzündung allein in den Griff zu bekommen. So kann man durch mehrfaches Zähneputzen täglich die Zahnbeläge gründlich entfernen. Hilft das nicht mehr, dann sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Wie kann eine Zahnfleischentzündung behandelt werden

Eine Zahnfleischentzündung kann durch verschiedene Behandlungsmethoden in den Griff bekommen werden. Auch eine intensive Pflege des Mundes mit Mundwasser kann helfen. Auch tägliches Zähneputzen und die Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraum Bürsten kann im ersten Schritt helfen, um die Zahnfleischentzündung einzudämmen oder komplett zu beseitigen. Auch im Vorfeld kann durch solche Maßnahmen, die Entstehung einer Entzündung vermieden werden. Auch eine professionelle Zahnreinigung bei einem Zahnarzt kann helfen, hierfür müssen die Kosten allerdings von dem Patienten selbst getragen werden. Es sollte auch in jedem Fall eine geeignete Zahnbürste gewählt werden, dazu sollte man sich ausgiebig von einem Zahnarzt oder Apotheker beraten lassen. Neben der professionellen Zahnreinigung gibt es auch andere Methoden, um eine Entzündung des Zahnfleisches zu beseitigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

Es kann zum Beispiel eine Wurzelglättung oder ein sogenanntes Deep Scaling durchgeführt werden. Bei dieser Behandlung werden Konkremente und Beläge, die sich am oberen Rand des Zahnfleisches befinden, professionell entfernt. Diese Behandlung wird unter einer Betäubung durchgeführt, dabei werden oft auch die Oberflächen der Wurzeln geglättet, damit sich keine neuen Bakterien anlagern können.

Eine der letzten Möglichkeiten, um eine chronische Entzündung des Zahnfleisches oder eine sich daraus entwickelnde Parodontitis behandeln zu können, ist die offene chirurgische Behandlung. Dabei bekommt man eine örtliche Betäubung und das Zahnfleisch wird mit Hilfe von kleinen Einschnitten geöffnet. Dadurch kann man die Oberfläche der Wurzeln sehr gut erreichen und reinigen. Außerdem werden die Wurzeln in diesem Schritt auch gleich geglättet. Wenn sich der Knochen im Verlauf der Krankheit schon verändert hat, dann wird dieser auch gleich mit geglättet. Danach klappt man das Zahnfleisch wieder zu und vernäht es so, dass es wieder ganz eng am Zahnfleisch sitzt. Nach einer Woche sind die Folgen der Behandlung dann kaum noch zu spüren. Außerdem kann sich nach der Behandlung das Zahnfleisch so weit zurück bilden, dass die Zähne länger als zuvor erscheinen.